‘Gebenedeit sei Gott,’ schrie Philipp, ‘da seid ihr ja. Der ganze Berg ist voll Leute. Laufe doch einer gleich in die Sideralpe hinab, und läute die Glocke, daß die dort hören, daß wir sie gefunden haben, und einer muß auf den Krebsstein gehen und die Fahne dort aufpflanzen, daß sie dieselbe in dem Tale sehen, und die Pöller abschießen, damit die es wissen, die im Millersdorfer Wald suchen, und damit sie in Gschaid die Rauchfeuer anzünden, die in der Luft gesehen werden, und alle, die noch auf dem Berge sind, in die Sideralpe hinab bedeuten. Das sind Weihnachten!’
‘Ich laufe die Alpe hinab’, sagte einer.
‘Ich trage die Fahne auf den Krebsstein’, sagte ein anderer.
‘Und wir werden die Kinder in die Sideralpe hinab bringen, so gut wir es vermögen, und so gut uns Gott helfe’, sagte Philipp. Ein Sohn Philipps schlug den Weg nach abwärts ein, und der andere ging mit der Fahne durch den Schnee dahin.
Der Eschenjäger nahm das Mädchen bei der Hand, der Hirt Philipp den Knaben. Die anderen halfen, wie sie konnten. So begann man den Weg. Er ging in Windungen. Bald gingen sie nach einer Richtung, bald schlugen sie die entgegengesetzte ein, bald gingen sie abwärts, bald aufwärts. Immer ging es durch Schnee, immer durch Schnee, und die Gegend blieb beständig gleich.
[Adalbert Stifter, Bergkristall]
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Jedes Jahr ist es wieder das gleiche. Wann fährst du? Sehen wir uns nochmal? Mist, ich habe das Geschenk für meine Schwester vergessen, die möchte Backförmchen. Wo zur Hölle kriegt man denn Backförmchen? Meine Verwandtschaft wird mich umbringen, wenn die Post nicht die Zeit aufholt, die ich verdaddelt habe. Wann ist die Weihnachtsfeier nochmal? Komm doch zum Essen dazu, wir sehen uns dann ja lange nicht. Wer will was? Weiss noch nicht, was ich an Sylvester mache. Weisst du irgendwelche Gründe, warum es gut ist, dass 2005 zu Ende ist, ich soll eine Liste von fünf machen. Weil dann die Neunziger endlich vorbei sind? Schreib: Weil in diesem Jahr mal wieder zuviel passiert ist und das kann keiner brauchen. Uff. Folglich: Der Konsum ist unschuldig, dennoch hat Weihnachten ja irgendwie damit überhaupt nichts zu tun: Ruhe, Besinnlichkeit, Einkehr und so’n Kram. Man fühlt sich eher so, als möchte man sich gleich in der Badewanne ertränken, wenn man dafür endlich mal Zeit hätte. Wahrscheinlich braucht es aber den ganzen Stress, sonst würde am Abend des 24. kein Ereignis stattfinden. Was ein Aufwand.
Alle sind
Wenn man durch Foltern nicht an die Wahrheit kommen kann, dann geht es in der Folterdebatte nicht ums Foltern. Eigentlich geht es vielmehr um die Hilflosigkeit unserer Gesellschaft. Diese Hilflosigkeit: Wir stehen dem aktuellen Terrorismus mehr oder weniger machtlos gegenüber. Und um diese Machtlosigkeit zu vertuschen, redet man sich ein, dass eine unter Schmerzen herausgepresste Wahrheit doch wenigstens etwas Handfestes wäre. Dass man lieber den Gegner quält, als gar nichts zu tun, das ist natürlich unmoralisch, wenn auch psychologisch nachvollziehbar. Dass man dabei aber glaubt, man käme der Wahrheit auf die Spur, das sollte man sich dann doch nicht vormachen.
Neulich festgestellt, dass ich das Magazin
Also wenn man von da aus in den tagesjournalistischen Mainstream guckt, dann kann man sich über die Zeitungslandschaft ja eigentlich nur noch wundern. Sehe ich das falsch oder ist da auf der linkeren Seite lange nichts mehr inspirierendes aufgetaucht, das es in den Mainstream hinein geschafft hat? Auch wenn die
Kann man einen großartigen Abend mit einem neokonservativen jungen Liberalen haben, ohne es zu merken? Was ist CDU-Koksen? Warum heißt Realität anerkennen nicht, keine Wahlmöglichkeit zu haben? In einem wirklich guten
Es mehren sich ja die Zeichen, dass die Blogs in den Zeitungen angekommen sind. Es gibt beispielsweise mittlerweile Tonnen von 



