Eindeutiger, wenn auch seltsamer Nebeneffekt von Fußball: Sprache wird wichtig. Irgendwie logisch, denn wenn man dieser Tage Fußball guckt, schieben sich zwischen einen und das Spiel die Beobachtungen der Kommentatoren. Und weil das, was man sieht, gerne mal mit dem, wie darüber gesprochen wird, auseinanderklafft, schreibt man dem entgegen, um denen mit dem Mikro sowas wie die Realität nicht alleine zu überlassen.
Täglich macht das besonders gut Strukturiert Fernsehen, auf das sowieso mehr hingewiesen werden sollte, weil es eines der besten Fernseh-Beoachtungsblogs ist. Und schon vor ein paar Wochen hat Peter Körte in einem sehr lesenswerten Artikel das Montieren der bewegten Bilder genauer analysiert. Seitdem weiß ich, dass ich eine “WM der Emotionen” sehen soll, weshalb mir, sobald der Fußball ruht, mitbangende Fans, vierfacher Stümer-Mitspieler-Trainer-und-nochmal-Reverse-Angle-Jubel oder sich vor Schmerz wälzende Spieler, Gesicht selbstverständlich in pickelnaher Größtaufnahme, aufgedrängt werden. Fast schon verwunderlich, dass sie den vor Erschöpfung kotzenden Beckham neulich nicht gezeigt haben.
Daneben haben Sprache und Fußball aber auch die Tendenz, herrlich aufeinander zu prallen. Denn auch wenn wir zum ersten Mal über ein paar wenige ironiefähige Spieler verfügen, fremdeln Sprache und Fußball grundsätzlich miteinander. Sie verkeilen sich dann zu einem Knäuel, das man weiter anstacheln kann. Die Welt aus Sicht der Südkurve hat sich neulich Trapatoni ausgeliehen. Und Jump-Cut hat das Eröffnungsspiel eingefangen, in Tagen, in denen damals noch alle depressiv waren.
PS: Heute morgen beim Stöbern durch das Netz auch folgenden Sommerausflug gefunden. Nette Geschichte irgendwie.
Ziemlich lustig sind die Berichte in der
Langsam wird es monoton, oder? Es muss auch noch andere Dinge außer Fußball geben, auch jetzt. Musik zum Beispiel. Musik für so einen ruhigeren Tag, etwas schwül und staubig draußen, etwas melancholisch drinnen, nachdem wir ja gestern Weltmeister geworden sind und man sich überlegen muss, was jetzt noch kommen könnte, danach. Aber da ist etwas.
Wechsel Garland, das ist Jörg Follerts letzte Platte auf dem Label 
Holland ist übrigens die einzige Mannschaft mit Polohemd. Italien war ja in den letzten Turnieren in der Trikot-Mode ganz vorne, mit den aufgedruckten Schweißflecken unter den Achseln beeindruckt man dieses Jahr allerdings niemanden. Dass Fred Perry und Ralph Lauren derzeit im Spiel der bürgerlichen Unterwanderung Hippness-Punkte gemacht haben, hat dort offensichtlich keiner mitgeschnitten. Andererseits, Italiener im Polohemd? Passt eh nicht. 

Sorgfältige Beobachtungen in ausgesuchten Cafebars inklusive eigener Geschmacksumschwenkung und erneuertem Distinktionsverhalten (ja, der Satz ist gleich zu Ende) veranlassen mich zu folgender Beobachtung: Der normale schwarze Kaffee, er kommt zurück. Und zwar nicht als Espresso, auch nicht als Filterkaffee, sondern einmal durch die große Bar-Espressomaschine gejagt als Verlängerter. Verständlich, wenn man darüber nachdenkt, Espresso ist einfach zu schnell weg. Vom Espresso Lungo hat man wenigstens etwas, das man in mehreren Schlucken trinken kann. Und das beeindruckt: Mittelgroße Tasse oder Glas, tiefschwarze Flüssigkeit, sorgfältiger Bittergeschmack und haselnußbraune Crema. Gerne ein paar Mal täglich, immer aber in einer Bar, Cafe eigentlich eh nur in einer Bar, leider oft zu teuer, sollte eigentlich ein Euro kosten, maximal einsfuffzig. Sonst lieber gehen. Nein, wirklich. Außer vielleicht im 