Das Buch habe ich nicht gelesen, aber gestern war ein ganz gutes Interview mit dem Schriftsteller Yasmina Khadra zu Terrorismus in der FAZ. Hat irgendwie Haltung. Einerseits die Aussage “Ein Terrorakt ist und bleibt eine Untat” als Prinzip zu setzen, zugleich aber gegen das Pauschalurteil zu argumentieren, Terroristen seien einfach nur Fanatiker, Fundamentalisten oder Islamisten und damit sei schon alles gesagt, nur damit wir uns hier vormachen können, Terrorismus sei doch bloß ein “Importproblem”. Und wir müßten uns deshalb nicht näher damit auseinandersetzen.
Meinen Sie damit, daß der Täter gewissermaßen selbst auch immer Opfer sei?
Darum geht es nicht. Wir kommen aber nicht drum herum, uns Fragen zu stellen, wie so ein Akt möglich wurde. Daß, wie in meinem Roman, ein intelligenter, vernünftiger, sein angenehmes Leben in vollen Zügen genießender Mensch plötzlich sich selbst in die Luft sprengt, um möglichst viele andere mit in den Tod zu reißen, sollte uns nicht nur entsetzen, sondern auch zum Nachdenken veranlassen. Statt dessen begnügt man sich mit den Pauschalvorstellungen: Fanatiker, Fundamentalist, Islamist.
Und dann die sehr intelligente Antwort auf folgende Frage:
Und so etwas sagen Sie, ein Europäer, Erbe einer Denkkultur der Vernunft und der rationalen Erklärungen, von der die ganze Welt profitiert hat? Der Westen verrät manchmal seine eigene Tradition. Er schwenkt das Wort „Terrorismus“ wie ein rotes Tuch, bei dem alle logische Ursachenbestimmung aussetzt, oder er benützt das Wort als Kampfbegriff. Die Empörung gegenüber dem Terrorakt wird heute oft „verwestlicht“: Ein Attentat in Madrid oder London ist entsetzlich, eins in Kairo oder Bagdad – na ja, das gehört dort halt irgendwie dazu.
Da hat er einen Punkt.
Israel im Libanonkrieg die Rolle des Täters unterzuschieben, dieser Meinung bin ich trotzdem nicht.

Kurz bevor die Popkomm anrauscht nochmal auf ruhigere Musik verweisen: Bill Wells “Osaka Bridge” auf 
Ab sofort füttern wir nur noch christliche Afrikaner und die anderen sollen verhungern? Oh Mann.
Das ist J.J. Abrams, der ist jetzt 40 und dem haben wir Serien wie Alias oder Lost zu verdanken. Von letzterem habe ich gerade die ersten zwei Folgen der 2. Staffel gesehen. Die startet bald, am kommenden Montag, 11. September. Dabei wieder festgestellt, wie großartig diese Serien sind.