In München gewesen und es prima gefunden. Der beste Freund meint nun, ich hätte eine handfeste Depression.
Monthly Archive for January, 2007
Gestern auf der Ideal-Modenschau festgestellt, dass im Mode-Business nicht mehr die Mädels nerven. Denkt man ja immer so, alles voller Chicks, die eigentlich gerne Model wären, aber zu klein, zu dick, zu doof sind. Nein, die waren in Ordnung. Scheußlich waren ganz eindeutig diese hysterischen Jungs, die überall als lebende Anführungszeichen herumeierten. Denn die wollen sich ganz vorne dabei anziehen, sind dann aber zu feige zu sagen: Ja Mode. Weil hat ja den Ruf von einem Zirkus, weshalb man sich zugleich davon distanzieren muss, indem man zeigt, dass man darum weiss, bei einem Hype mitzumachen. Gähn. Haltung bitte.
Absolut out übrigens: Chucks mit Röhrenjeans ohne Po und dazu Hosenträger. No, no, no go. Wie man es richtig macht, kann man dagegen hier sehen.
… moderiere ich auf dem Merveabend im Hau1 (Stresemannstr. 29 in Berlin) das Gespräch zwischen Peter Gente und Peter Weibel. Bitte um Besuch.
In den USA geht der Wahlkampf los und Hillarys Team steigt gleich ordentlich ein. Wäre natürlich unglaublich: 1. ein schwarzer Präsidenten mit 2. islamischem Touchdown. Gee. Soweit ich das sehen kann, dümpelt das Thema allerdings nur in den amerikanischen Seitenmedien (also Blogs und so) herum. [Und wie man aus den Kommentaren erfährt mit gutem Grund.]
Via wasweissich.
Eher die eine Regel. Es gibt nämlich eigentlich nur eine: Ökonomie, haben wir gestern im Auto vor Berlin beschlossen, ist die neue Normativierung. Heute hält die Gesellschaft ihre Mitglieder, also uns, nicht mehr in Zaum, in denen sie Normen aufstellt und einen mit Ausgrenzung droht, wenn man sich nicht daran hält. Schwule haben mehr Geschmack, Frauen haben soziale Kompetenzen, das kann man doch alles prima nutzen, oder? Warum sich lange mit Identitäspolitik selbst behindern? Das geht doch effektiver. Man kürzt einfach das Geld, wenn jemand nicht reinpasst und funktioniert. Henrico Frank beispielsweise. Und man zahlt ihnen dort Geld, wo sie gut funktionieren. In der Berliner Zeitung hat sich heute Almut Klotz, die mit Christiane Rösinger früher bei den Lassie Singers gesungen hat und das Label Flittchen Records betreibt, eigentlich genau darüber beschwert.
Neulich auf der Geburtstagsparty gegen vier Becks und 23.24 Uhr folgendes diskutiert: Das Elend von Web 2.0. Als da wäre: Dass ein Medium nur schön und spannend ist, so lange es Utopie und Versprechen sein darf und erst zaghaft angekommen ist. Siehe Internet, siehe Web2.0 und das Versprechen, dass damit technologisch alle können. Wenn es dann alle tun, beginnt das Problem. Umgehend kommt der menschliche Faktor ins Spiel und man merkt, dass eben nicht alle können, obwohl prinzipiell alle könnten. Problem Wetware. Charmant merkt man das beispielsweise an diesem Leserreport, das da sagt: Hallo Kyrill! Ist aber auch ein Sturm da draußen.
Denken in zwei Schritten: Am Abend bei der Geburtstagsfeier darüber geärgert, dass sich das Märchen hält, magersüchtig wird man, weil die Vorbilder in Hollywood Klapperstangen sind. Dahinter verstecken sich einige ja gerne, anstelle dass sie sagen wie es ist: Es ist eine Krankheit, bei der man sich psychisch verkantet hat. Und in Hollywood gibt es auch sportliche Körper oder normale Körper. Aber keine weiblichen Dicken, weshalb es so gut gelingt, diesem Umstand die Magersucht in die Schuhe zu schieben.
Am Morgen dann beim Hannah-Arendt-Lesen eine Idee gehabt, wieso wir als weibliche Rolemodels seit Jahrzehnten (das ist ja schon seltsam, wie lange sich das hält) diese dünnsten Mädchen und mittlerweile auch Jungs haben. Nämlich weil die Körper einen nicht mit der Nase darauf hinweisen sollen, dass wir in einer Konsumgesellschaft leben. Ich zitiere mal Arendt Vita activa, 147:
Der Körper des Rolemodels bildet genau das nicht ab: Dass man eigentlich nichts mehr braucht, weil man wohlig rund, gemütlich und satt ist. Der Körper sieht aus, als wohne er in der ressourcenknappen Gebrauchsgesellschaft, weil die Konsumgesellschaft so tut wie eine Gebrauchsgesellschaft und behauptet, dass man irgendwie etwas haben muss. “Das muss ich haben!”
Dabei ist doch eigentlich das Tolle an der Konsumgesellschaft, dass man konsumieren können kann, aber nicht muss, weil man es ja nicht braucht. Man will ja auf keinen Fall zurück in die Gebrauchsgesellschaft, bloß nicht. Im Gegenteil: Wird Zeit, dass wir auf der Höhe der Konsumgesellschaft ankommen und wieder eine Wahl haben.
Jetzt Sonntag.
Bis das iPhone von Apple im Herbst hierher kommt, dauert es ja noch. Jemand eine Idee, welches Telefon man sich in der Zwischenzeit holen könnte? Mein Motorola Razr sieht immer noch cool aus, wie ich finde, nervt aber wegen dem ständig leeren Akku und der unglaublich umständlichen Benutzerführung.
Auf dem Weg zum Neuen Deutschland gerade gestolpert: Vanity Fair. Trotzdem werde ich mir das am 8. Februar angucken, klar. Bin ja neugierig.
Filme, die ich viel zu spät gesehen habe 2.0: Departed von Martin Scorsese. Während “Gangs of New York” ja einfach nur grausig war, ist Departed ab und an fast so gut wie “Casino”. Gut, die Musikauswahl ist scheußlich, aber wer hätte gedacht, dass man Leonardo DiCaprio wirklich nochmal sexy finden kann?
Prinzipiell interessiert mich aber vor allem eines: Ich verstehe nicht genau, wieso der Film gut ist. Die Geschichte ist es nicht, die funktioniert vor allem als Konstrukt, in das man was reinhängen kann. Ist also wenig überraschend, das spielt aber – und das ist interessant – irgendwie keine Rolle. Auch dass die Charaktere ziemlich einfach gegeneinander aufgebaut werden, ist egal. Gut, man hat natürlich jede Menge brillianter Schauspieler (Jack Nickolson, Alec Baldwin, dann Matt Deamon, der nicht so mein Fall ist, Martin Sheen, Marc Wahlberg und natürlich DiCaprio) und man guckt denen gerne zu, wie die ihre Rollen spielen. Aber auch das ist es nicht.
Eher vielleicht so: Es gibt einige fantastische Dialoge geschrieben von William Monahan, vor allem dann aber eine ziemlich seltsame filmische Oberfläche und diese ganz besondere Art, Gewalt einzusetzen. Hm. Das trifft es noch nicht genau. Vielleicht auch egal. Anyway: Kickt.
