Heute Morgen beschlossen, dass 2007 richtig gut wird, denn dafür gibt es jede Menge Anzeichen: Alleine die Musik, die in den ersten Monaten von 2007 erschienen ist oder gerade erscheint, könnte einen durch das gesamte Jahr tragen. Das beginnt bei Air mit Pocket Symphony, die ja auch auf der neuen Alex Gopher mitspielen (die fantastisch ist), es führt weiter über die unglaublichen Klaxons mit Myths of the Near Future und endet dann noch lange nicht bei National Anthem of Nowhere, die der Producer von Broken Social Scene gemacht hat, etwas sauberer diesmal, more bedroom, less steel wie er selber sagt. Und das ist alles irgendwie: Groß. Gelungen. Richtig gute Kunst.
Womit klar ist: Man muss Tobias Rüther widersprechen. Auch wenn in seinem Text “Der Kreislauf des Zitats” (am Sonntag in der FAS war das, hat jemand den Link?), die Beobachtung mit dem Archiv, das jetzt allen offen steht, absolut richtig ist, heißt das nicht, dass es deshalb einen Grund gibt, Angst vor Langeweile zu haben. Im Gegenteil. Mehr noch, für Kulturpessimismus, wie er heutzutage gerne kollektiv quer über die Generationen hinweg von 25-45jährigen gegenüber der Popkultur gepflegt wird, gibt es derzeit überhaupt keinen Grund.
Die gerne vorgetragene Beobachtung, dass wir in einer Zeit leben, in der alles nur noch Retro wäre, in einer Zeit, in der nichts “eigenes” los ist, weil alle – so sagt man – noch auf das neue Jahrtausend warten und sich solange die Zeit damit vertreiben, das Archiv aufzurufen: Stimmt nicht. Denn dieses Retro ist gar keines. Das Archiv wird nicht nur anders benutzt als früher, die Musik ist auch so auf den Punkt gebracht, besticht durch ihre Präzision und ihre Konsistenz, dass man sich darin ausstreckt und wohl fühlt. Das ist kein billiger Abklatsch, es ist keine einfache Wiederholung – das alles, das ist weit mehr als einfach nur Retro. Was wir hören, ist, wie D. gestern quer über sein zweites Becks hinweg bemerkte, aber eben auch kein Zitat. Und das stimmt. Es ist etwas anderes.
Folglich könnte es so sein: Das Problem, vor dem wir stehen, hat weniger die Musik oder die Popkultur, als vielmehr unsere Sichtweise darauf und unser Schreiben darüber. Denn was das ist, was wir hören und sehen, das müssen wir erst noch herausfinden. Nicht die Musik hat sich nicht weiterentwickelt, wir gucken auf sie vielmehr noch mit dem falschen, alten Blick. Wir suchen immer noch nach einem Weiter, wobei genau das “Weiter” jene Kategorie ist, die absolut 1981 ist – und eben nicht 2007. Heute funktioniert Geschichte eben anders – und Geschichte hat in ihrer Geschichte ja immer wieder anders funktioniert. Wie, das sehen wir aber noch nicht. Wir sehen nicht, wie das Neue funktioniert, denn wir benutzen die alten Kategorien und ein angestaubtes Vokabular, das zudeckt, was eigentlich schon lange passiert ist. Und wie das Neue funktioniert – beispielsweise nicht mehr nach dem Prinzip des Weiter. Vielleicht eher nach Intensität, Konsistenz, Präsizion, you name it. Jedenfalls nach anderen Kategorien. Aber um die nach vorne zu holen, braucht es neue Wörter, eine neue Sichtweise, vielleicht auch eine neue und andere Sprache. Und eines ist klar: Das herauszufinden, sich da ranzutasten, das ist eine wirklich gute Aufgabe für 2007. Popkulturdiskurs, spannend wie nie. Nix retro. Let’s go.
Die Sonnenbrille aufsetzen und damit quer durch das Büro tanzen, weil es etwas Irrsinn im Leben immer wieder braucht. Das geht, hiermit zum Beispiel. Die neue 
Ich muss über Feminismus arbeiten und bin unschlüssig, wie darüber zu denken sei. Deshalb hier Brainstorming. Klar ist, dass so ein Eva-Hermann-zurück-zum-Herd-Schwachsinn die letzten Zuckungen einer fast toten Frauenrolle sind. Einer Rolle, die uns sicher noch einige Zeit lang begleiten und in die Quere kommen wird, die aber trotzdem seitlich liegen gelassen werden kann – im Grunde ist sie bereits schimmelig blassgrün und fällt löchrig auseinander und man will uns mit der nur ablenken, die Dinge verzögern. Sollte man nicht drauf reinfallen, es gibt wichtigeres. 
Ich dachte ja, die betreiben vielleicht dialektisches Marketing, dort drüben bei Vanity Fair. Das ist dieser Trick, den man bei James Bond versucht hat: Erst lauter peinliche Sachen veröffentlichen, Bond-Schauspieler Craig hat Sonnenbrand, sich bei der Mutter verplappert, so’n weichlicher Kram, damit sich dann vor dem Hintergrund dieser lancierten Weichei-Peinlichkeiten die neue Bond-Figur hart abheben kann. Und Vanity Fair deshalb so: WM-Stimmung für ganz Deutschland ab sofort für immer, kündigende Redakteure, die kolportieren, da sollte nur gute Laune-Journalismus gemacht werden und ihr Ruf wäre in Gefahr, Neues Deutschland für die Mover und Shaker, all der ganze Unsinn und vor dem wäre ein halbwegs gutes Magazin dann ja hervorragend dagestanden. Jetzt aber, wie 

