Jüngerer, d.h. also auf jeden Fall lebendiger rechtsliberaler Intellektueller gesucht. Sollte pointiert schreiben. Any idea? Wir waren am Telefon gestern etwas ratlos.
Kann ich mir vorstellen. Das sind ja gleich drei Oxymora in einem Satz. Das geht nun wirklich nicht. Welches Überraschungsei war denn am anderen Ende der Leitung?
Also, da fällt mir eigentlich nur Roger Köppel ein, der die Kriterien erfüllt, höchstens “Intellektueller” ist etwas geschmeichelt. Aber den kennt mrs. bunz ja sicher. Ansonsten gibts im angelsächsichen Raum natürlich viele solche Exemplare.
was ist mit ullfi…ulf poschardt oder gilt der jetzt nicht mehr als intellektueller…eher als boulevardist…rechts…und liberal ist der ja…fruchbares editorial…
Roger Köppel. Gute Idee, das ist interessant. War bei mir gar nicht so auf dem Schirm, d.h. die Weltwoche, die schon, aber nicht der Kopf dahinter. Muss ich mir mal näher angucken.
Dass Ulf Poschardt kommt, habe ich mir fast gedacht. Paul Nolte, oh Gott, stimmt ja, den hatte ich schon verdrängt. Zählt beides nicht so wirklich, weil: Auseinandersetzungen mit deren Texten sind meistens leider unproduktiv. Man muss da durch, aber dabei fasziniert einen nichts. Es funkelt nicht, man lernt nichts. Auf halber Höhe einer Carl-Schmittschen Komplexität sollte man schon sein, sonst ist es keine Herausforderung.
Die Bande im Posting über mir ist leider zu alt. Oder Kunst. Und Frank Schirrmacher, sage ich jetzt mal so, ist nicht mehr konservativ, sondern mag Banksy, bevor ihn der ganze Rest des deutschen Feuillteons entdeckt hat. Der will immerhin was, und das kann man vom Rest den deutschen Feuilletons nicht behaupten. Ach ja, das deutsche Feuilleton und ich, wir hadern gerade miteinander, wobei ich es auch nicht besser fand, als es noch erzkonservativ pathetisch gewesen ist und den Hall der Wahrheit der Geschichte bewahrte. Heute überall dieser Mainstream, zu dem man sich dann die richtige Meinung aus der Zeitung abholen kann. Lang-weil-ig.
Christian Kracht lese ich ja gerne, was habe ich über Methan wieder gelacht. Aber der ist von der Geste her eher Weltbürger und Autor als politisch.
England: Niall Ferguson, sonst weiss ich niemanden konkret. Ansonsten hab ich eher all die think tanks in den USA gemeint (American Entreprise Institute etc.).
Wie liberal ein Rechts”liberaler” ist, äh: Da bin ich ja bekanntlich eher skeptisch. All das Zeugs, was als AEI-Gefolge in der angesächsischen Welt herumwürgt, das würde ich nicht mehr “rechtsliberal”, sondern rechtskonservativ nennen – bei gleichzeitiger Betonung wirtschaftlicher “Freiheit”.
Unter den bekannten Publizisten-Namen könnte man Leute nennen wie Josef Joffe, Jeff Gedmin, Henryk Broder, Michael Miersch, Alan Posener, Claus-Christian Malzahn usw. usf.
Die Namen, die da oben auftauchten, stehen allerdings oft (nur) für ganz normalen (d.h. an ökonomischen Eliten orientierten) Konservatismus. Richtige Rechtsliberale?
Das wird schwer.
Aus der Blogwelt wäre ggf. Herr “Statler” des Blogs “Statler & Waldorf” zu nennen. Kontakadressen gibt es allerdings nur per Email, besser per Fon. Ein heißer Tipp ist m.E. Manfred Messmer, der sich als Schweizer allerdings bei “deutschen” Themen mitunter schwer tun wird.
Ansonsten gibt es in Deutschland nicht viel, wofür man sich als Zeitung nicht schämen müsste. Vielleicht wird man in der Riege der Wirtschaftsprofessoren fündig, die sind fast alle rechtsliberal, aber schreiben: können viele eben nicht. Ach, und dann ist da noch David Harnasch, der zwar gelegentlich Ansichten äußert, wo man dann nach dem Sprung in der Schüssel fragt – aber schreiben: Das kann er.
Nun, ich glaube, der Punkt ist eben, dass “reiner” Wirtschaftsliberalismus im allgemeinen nicht mehrheitsfähig ist, und dass dies diejenigen auch gemerkt haben, denen in erster Linie an wirtschaftlicher Freiheit gelegen ist. Darum schicken die Wirtschaftliberalen dann oft auch die Wertkonservativen an die “Front”, um mit konservativer Werte-Rhetorik die nötigen Stimmen abzuholen, und diese Kombination ist scheint mir der Schlüssel zum Erfolg konservativer Bewegungen zu sein.
Umgekehrt können sich “echte” Konservative insgeheim mit dem Wirtschaftsliberalismus oft wenig anfreunden, da die Vereinbarkeit etwa kompletter beruflicher Flexibilität mit konservativen Werten zumindest fraglich ist.
Ein Musterbeispiel für dieses Zurückschrecken der Wirtschaftsliberalen vor dem Liberalismus an anderen Fronten ist (neben den Erfolgsrezepten der US-Republikaner) etwa auch das Verhalten der Schweizer FDP, die z.B. die Cannabis-Legalisierung mittlerweile nicht mehr befürwortet.
Vielleicht könnten in der Economist-Redaktion noch die gesuchten Leute gefunden werden?
Nee, Frau Bunz. So geht das nicht. Dem Schirrmacher seinen Konservativismus abzusprechen auf den er so stolz ist, weil er “was will” und Banksy gut findet…
Da würde er sich (wahrscheinlich) beleidigt fühlen.
Oder anders: Sich vorzustellen, ein rechtsliberaler sei ein anspruchsvoller,kritischer, ja eventuell auch sympathischer Mensch: das mögen wir nicht.
“Denn, so schloss er messerscharf, das nicht kann sein, was nicht sein darf”. Oder so.
Heiner Geißler ist Attac-Mitglied und Klaus Töpfer sowas wie UNO Umweltbeauftragter.
Keine guten Menschen bestimmt. Aber auch nicht dumm. Leider. Und stereotyp schonmal garnicht. Interessant in dem Zusammenhang finde ich da übrigens immernoch – und ich wiederhol mich da aus Mangel einer Antwort – Michel Friedmann.
Für die CDU in Hessen und im Saarland in verschiedenen Positionen, intellektuell, wertkonservativ und kann schreiben.
Kann ich mir vorstellen. Das sind ja gleich drei Oxymora in einem Satz. Das geht nun wirklich nicht. Welches Überraschungsei war denn am anderen Ende der Leitung?
Also, da fällt mir eigentlich nur Roger Köppel ein, der die Kriterien erfüllt, höchstens “Intellektueller” ist etwas geschmeichelt. Aber den kennt mrs. bunz ja sicher. Ansonsten gibts im angelsächsichen Raum natürlich viele solche Exemplare.
was ist mit ullfi…ulf poschardt oder gilt der jetzt nicht mehr als intellektueller…eher als boulevardist…rechts…und liberal ist der ja…fruchbares editorial…
David Harnasch hat es nicht verdient auf ewig Provinzmedienprostituierter zu bleiben.
paul nolte
christian kracht? – achnee der is ja keen intellektueller… bloß poser
Hallo Kinders!?
Frank Schirrmacher
Peter Scholl-Latour
Michel Friedman
Martin Walser
Die ganze “Tristesse Royal”-Gang
Und da fehlen natürlich noch alle aus dem akademischen Bereich. Nolte ist da sicher ein guter Ansatz, aber davon muss es ja noch mehr geben…
Roger Köppel. Gute Idee, das ist interessant. War bei mir gar nicht so auf dem Schirm, d.h. die Weltwoche, die schon, aber nicht der Kopf dahinter. Muss ich mir mal näher angucken.
Dass Ulf Poschardt kommt, habe ich mir fast gedacht. Paul Nolte, oh Gott, stimmt ja, den hatte ich schon verdrängt. Zählt beides nicht so wirklich, weil: Auseinandersetzungen mit deren Texten sind meistens leider unproduktiv. Man muss da durch, aber dabei fasziniert einen nichts. Es funkelt nicht, man lernt nichts. Auf halber Höhe einer Carl-Schmittschen Komplexität sollte man schon sein, sonst ist es keine Herausforderung.
Die Bande im Posting über mir ist leider zu alt. Oder Kunst. Und Frank Schirrmacher, sage ich jetzt mal so, ist nicht mehr konservativ, sondern mag Banksy, bevor ihn der ganze Rest des deutschen Feuillteons entdeckt hat. Der will immerhin was, und das kann man vom Rest den deutschen Feuilletons nicht behaupten. Ach ja, das deutsche Feuilleton und ich, wir hadern gerade miteinander, wobei ich es auch nicht besser fand, als es noch erzkonservativ pathetisch gewesen ist und den Hall der Wahrheit der Geschichte bewahrte. Heute überall dieser Mainstream, zu dem man sich dann die richtige Meinung aus der Zeitung abholen kann. Lang-weil-ig.
Christian Kracht lese ich ja gerne, was habe ich über Methan wieder gelacht. Aber der ist von der Geste her eher Weltbürger und Autor als politisch.
Wen gibt es denn in England?
England: Niall Ferguson, sonst weiss ich niemanden konkret. Ansonsten hab ich eher all die think tanks in den USA gemeint (American Entreprise Institute etc.).
Joachim Lottmann.
Oder, da dir Schirrmacher gut gefällt: engagier dich doch selbst!
Wie liberal ein Rechts”liberaler” ist, äh: Da bin ich ja bekanntlich eher skeptisch. All das Zeugs, was als AEI-Gefolge in der angesächsischen Welt herumwürgt, das würde ich nicht mehr “rechtsliberal”, sondern rechtskonservativ nennen – bei gleichzeitiger Betonung wirtschaftlicher “Freiheit”.
Unter den bekannten Publizisten-Namen könnte man Leute nennen wie Josef Joffe, Jeff Gedmin, Henryk Broder, Michael Miersch, Alan Posener, Claus-Christian Malzahn usw. usf.
Die Namen, die da oben auftauchten, stehen allerdings oft (nur) für ganz normalen (d.h. an ökonomischen Eliten orientierten) Konservatismus. Richtige Rechtsliberale?
Das wird schwer.
Aus der Blogwelt wäre ggf. Herr “Statler” des Blogs “Statler & Waldorf” zu nennen. Kontakadressen gibt es allerdings nur per Email, besser per Fon. Ein heißer Tipp ist m.E. Manfred Messmer, der sich als Schweizer allerdings bei “deutschen” Themen mitunter schwer tun wird.
Ansonsten gibt es in Deutschland nicht viel, wofür man sich als Zeitung nicht schämen müsste. Vielleicht wird man in der Riege der Wirtschaftsprofessoren fündig, die sind fast alle rechtsliberal, aber schreiben: können viele eben nicht. Ach, und dann ist da noch David Harnasch, der zwar gelegentlich Ansichten äußert, wo man dann nach dem Sprung in der Schüssel fragt – aber schreiben: Das kann er.
Nun, ich glaube, der Punkt ist eben, dass “reiner” Wirtschaftsliberalismus im allgemeinen nicht mehrheitsfähig ist, und dass dies diejenigen auch gemerkt haben, denen in erster Linie an wirtschaftlicher Freiheit gelegen ist. Darum schicken die Wirtschaftliberalen dann oft auch die Wertkonservativen an die “Front”, um mit konservativer Werte-Rhetorik die nötigen Stimmen abzuholen, und diese Kombination ist scheint mir der Schlüssel zum Erfolg konservativer Bewegungen zu sein.
Umgekehrt können sich “echte” Konservative insgeheim mit dem Wirtschaftsliberalismus oft wenig anfreunden, da die Vereinbarkeit etwa kompletter beruflicher Flexibilität mit konservativen Werten zumindest fraglich ist.
Ein Musterbeispiel für dieses Zurückschrecken der Wirtschaftsliberalen vor dem Liberalismus an anderen Fronten ist (neben den Erfolgsrezepten der US-Republikaner) etwa auch das Verhalten der Schweizer FDP, die z.B. die Cannabis-Legalisierung mittlerweile nicht mehr befürwortet.
Vielleicht könnten in der Economist-Redaktion noch die gesuchten Leute gefunden werden?
Nee, Frau Bunz. So geht das nicht. Dem Schirrmacher seinen Konservativismus abzusprechen auf den er so stolz ist, weil er “was will” und Banksy gut findet…
Da würde er sich (wahrscheinlich) beleidigt fühlen.
Oder anders: Sich vorzustellen, ein rechtsliberaler sei ein anspruchsvoller,kritischer, ja eventuell auch sympathischer Mensch: das mögen wir nicht.
“Denn, so schloss er messerscharf, das nicht kann sein, was nicht sein darf”. Oder so.
Heiner Geißler ist Attac-Mitglied und Klaus Töpfer sowas wie UNO Umweltbeauftragter.
Keine guten Menschen bestimmt. Aber auch nicht dumm. Leider. Und stereotyp schonmal garnicht. Interessant in dem Zusammenhang finde ich da übrigens immernoch – und ich wiederhol mich da aus Mangel einer Antwort – Michel Friedmann.
Für die CDU in Hessen und im Saarland in verschiedenen Positionen, intellektuell, wertkonservativ und kann schreiben.
Stehe Gewehr bei Fuß, Frau Bunz!