Monthly Archive for June, 2007

Mal raus

Freude, weil Ausflug nächste Woche. Zürich wegen Freunden und Veranstaltung. Freunde werden nicht verraten, Veranstaltung ist Pop und Überleben am Freitagabend, 6. Juli, in der Shedhalle/Rote Fabrik. Wichtiger aber: Jemand Tipps, was man in dieser angenehmen Stadt sonst noch erleben sollte?

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Dann doch

Jetzt habe ich doch einen geschrieben. Hier. Eigentlich dachte ich ja, dass da mehr möglich wäre, weil die Geschichte rund um Paris Hilton so voller schillernder Momente scheint: die Medien im Gesicht; die Gerechtigkeit, die im Bemühen, Gleichheit anzuwenden, ungerecht wird; das Intime des Sexfilms, der unprivat wirkt, und das Weinen, das dagegen der viel intimer Moment zu sein scheint (intim ist aber auch so ein bescheuertes Wort). Aber es ist beim Schreiben nicht viel passiert, jedenfalls weniger als ich erwartet habe. Weil der Gegenstand eben diese Leere hat? Ich weiss nicht. Auf den neuen Fotos, auf denen Paris Hilton aus dem Gefängnis heraustänzelt, sieht sie dann wieder so nett aus. Für einen kurzen Moment hatte ich sie einfach gern. Auch seltsam.

Neoliberalismus 2.0

“Wenn man wirklich annimmt, daß man es nicht mit dem Kapitalismus zu tun hat, der sich aus der Logik des Kapitals ergibt, sondern mit einem einzigartigen Kapitalismus, der durch eine ökonomische institutionelle Gesamtheit konstituiert ist, nun, dann muß man diese Gesamtheit beeinflussen können, und zwar so, daß man einen anderen Kapitalismus erfindet.”

Genau. Am Wochenende bei Dirk Baecker an der Universität Witten-Herdecke gewesen. Plan gefasst, den linken Neoliberalismus zu begründen. Vielleicht hier. Zumindest, meint auch Holm Friebe, muss man mal nachsehen, ob das geht.

[Zitat oben: Michel Foucault einen Text des Wirtschaftstheoretikers und Nazi-Gegners Walter Eucken aus den 40ern referierend, Geschichte der Gouvernementalität II auf Seite 235]

Paris hat geweint

Versucht einen Paris Hilton Artikel zu schreiben, weil fasziniert vom Gegenstand. Erstmal gescheitert. Gegenstand zu glatt, um einen Punkt zu finden, von dem aus die mediale Macht beschrieben werden kann, die man im Gesicht der weinenden Paris Hilton sieht. Mehrmals versucht, immer wieder in der Fülle der sich spiegelnden Reflexionen verirrt.

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Musical Mingeling 2.0: Neo.Klassik

schwan.jpgWährend New Rave ja Gitarrenmusik mit Rave kombiniert hat, sucht Elektronika woanders einen Weg, um sich zu erneuern. Gleiches Verfahren, heißt: Auf zum konstruktiven Zusammenstoß. Es geht in unserer Kultur heute voran, indem man einen mit anderen Stilen “mingled”. In diesem Fall Klassik, klar. Spuren davon findet man deutlich auf den neuen Veröffentlichungen meiner beiden Lieblingslabel Karaoke Kalk und City Centre Offices.

Da wäre zum einen Hauschka, der als Pianist gerne Dinge ins Klavier steckt. Er hat seine “Prepared Piano”-Platte remixen lassen, Versions of the prepared piano. Unter anderem mit Tarwater, Wechsel Garland, den japanischen Entdeckungen von Labelchef Strobocop, Nobukazu Takemura und Takeo Toyama, sowie einer wunderbaren Barbara Morgenstern Interpretation. Hat diese verspielte, ruhige Schönheit, die Karaoke-Kalk-Platten gerne eigen ist.

Auf City Centre kommt gerade Porn Sword Tobacco, das Projekt des Schweden Henrik Jonsson. “New Exclusive Olympic Heights” ist durchaus symphatisch, hat was von ruhigerem Drum and Bass, der an Stellen auf Ambient, an anderen auf Klassik trifft. Mir etwas zu Jean Michel Jarre.

Ein paar Meter weiter, auf dem Sublabel von CCO Büro, bin ich eher fündig geworden: “Monologue” heißt die. Auch die nimmt Klassik auseinander, genauer akkustische Gitarre. Das macht Takeshi Nishimoto, den kennt man vielleicht von seinem Projekt mit John Tejada, I’m not a Gun. Hier lässt er Töne mit zarten, gänzlich unesoterischen indischen Sarod-Einflüssen im leeren Raum herumstehen. Angenehm.

PS: Daneben übrigens immer wieder: Hiphop, Cyne nämlich, vor allem “First Person” auf “Time Being” 2003

Raphael Nadjari

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Neulich in der Le Monde an einem Artikel über den hängen geblieben. Ist das gut? Oder sieht das nur von außen gut aus? Hat jemand was gesehen? Bzw. mir sagen: Wo in Berlin kann man einen sehen – es läuft leider nichts auf dem Jüdischen Filmfestival, das gerade im Arsenal anbricht.

Zuviel Arbeit gerade. Also gilt es, seltene Momente hochzuschreiben. Hier zum Beispiel: Nach dem See, die Eltern sitzen am Steuer, ermattet auf der Rückbank einschlafen. Oder wenn die blühenden Linden auf einen rieseln. Auch gut. (Vorteil beim Schreiben: Das Leben klingt umgehend viel besser, als es ist.)

Macht im postbürgerlichen Kapitalismus

G8 ist ein guter Anlaß, über die Form der Macht im postbürgerlichen Kapitalismus nachzudenken: Diffusität der Macht. Denn die neoliberale Macht ist eine Macht, die sich entzieht, die schwer auszumachen und auch schwierig anzugreifen ist. Widerstand leisten heißt deshalb heute, die Macht aus dem Untergrund zu holen, sie sichtbar zu machen. Das ist sie heute selten – außer sie stellt einen Zaun auf. Eine ausführliche Analyse, deutlich inspiriert von Foucault, seit dessen Machtanalyse einiges passiert ist, gibt es hier oder bei DEBUG, außerdem (nein dieses Internet) auch noch einen Videomittschnitt des Vortrags. Ursprünglich ist der Text nämlich für eine Veranstaltung von Salon Global im Hebbel Theater entstanden. Und da mich einige Leute jetzt danach gefragt haben, voilà.

Privates Ereignis

dybe.jpgBewegung 2. Juni: Heute vor zehn Jahren sind sieben Jungspunde vor einem humorvollen Notar, hier im Bild, in der Uhlandstraße aufgelaufen, mit dem Begehren, einen Verlag zu gründen.