Dann doch

Jetzt habe ich doch einen geschrieben. Hier. Eigentlich dachte ich ja, dass da mehr möglich wäre, weil die Geschichte rund um Paris Hilton so voller schillernder Momente scheint: die Medien im Gesicht; die Gerechtigkeit, die im Bemühen, Gleichheit anzuwenden, ungerecht wird; das Intime des Sexfilms, der unprivat wirkt, und das Weinen, das dagegen der viel intimer Moment zu sein scheint (intim ist aber auch so ein bescheuertes Wort). Aber es ist beim Schreiben nicht viel passiert, jedenfalls weniger als ich erwartet habe. Weil der Gegenstand eben diese Leere hat? Ich weiss nicht. Auf den neuen Fotos, auf denen Paris Hilton aus dem Gefängnis heraustänzelt, sieht sie dann wieder so nett aus. Für einen kurzen Moment hatte ich sie einfach gern. Auch seltsam.

5 Responses to “Dann doch”


  1. 1 bleed
  2. 2 Heinz

    Wie meinst du das mit “gern haben”? Ich hab Stoiber manchmal auch gern… aber nur weil ich ihn für einen kompletten Vollidioten halte und mich “gern” über ihn amüsiere… meinst du das damit?

  3. 3 Susa

    im ersten Interview mit Larry King wirkte sie auch ganz natürlich und sehr reif. naja vielleicht ist sie ja wirklich zur vernunft gekommen. aber jetzt wird erst mal in malibu abgehangen – dort hat sich Paris ein Strandhäuschen gemietet…

  4. 4 Dough

    Paris schaut man nicht an, man schaut ihr zu. Man möchte verstehen was das ist und wie es ist, welcher Geist dahinter steckt. Vergleichbar der Faszination, beim beobachten einer leeren Papiertüte, die im Wind tanzt.

  5. 5 Hagen Haller

    Respekt!
    eine für einen Monat eingesperrte Mitzwanzigerin, die nach Bewährungsstrafe und Führerscheinentzug wegen “Trunkenheit am Steuer” beim “Fahren ohne Führerschein” erwischt wurde und für diese zweite Strafe zu einem Monat ohne Bewährung verurteilt wurde mit einer etwa zwölfjährigen, deren Familie und Heim gerade im Napalm verbrennen, ohne dass sie auch nur weiß, warum, zu vergleichen (wie subtil und relativiert auch immer): Das schafft man nur als Mediensoziologin.
    Was hättest Du denn geschrieben, wenn Nick Ut ein legendäres Foto von Ceauşescus Festnahme oder gar Erschiessung geschossen hätte und damit berühmt geworden wäre?

    Dieser (verzeihung) dumme Vergleich diente ja aber eigentlich der Frage, in wie weit wir bereit sind, in Paris Hilton einen Menschen mit der ihm angeborenen Würde zu sehen.
    Und wir sind tatsächlich hin und her gerissen zwischen Mitgefühl für einen tragischen (und vielleicht sogar authentischen) Moment des ausgeliefert sein und dem Verdacht, dass auch dieser später nur einem marktwerterhöhenden Zweck dienen wird.

    Reich geboren zu sein und das als Role-Model zu verkaufen ist zynisch.
    Solange Ms. Hilton den Eindruck vermitteln konnte, mit Geld ginge alles, war das ein Problem. Mit der Erdung über das Gesetz hat das nun seine Grenzen gefunden.
    Gut so.

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