Das Denken gesellschaftlicher und ökonomischer Potentiale von den Produktionsmitteln her ist ja eigentlich ein marxistischer Ansatz. Um so also absurd ist es, dass ausgerechnet das kapitalistischste Land, die USA, neben Irland die Dimension der neuen digitalen Produktionsmittel bis heute am besten verstanden hat. Dafür gibt es keinen Grund, zumindest nicht vom Stand der Produktionsmittel her. Schon seit Jahren sind wir in Europa auf demselben technologischen Stand, trotzdem kommen fast alle technologischen Projekte aus den USA. Wieso eigentlich?
Beim Nachdenken und Stöbern im Netz zu diesem Umstand einen ganz guten Text vom kanadischen Politiker und langjährigen OECD-Generalsekretär Donald J. Johnston gefunden.
This point may help to explain why the United States took such a remarkable, if not unassailable, lead in recent years; as Risaburo Nezu underlines in his article on e-commerce, the technology was available everywhere, but for many reasons, some unexplained, the United States harnessed it first.
Ab und an verzweifele ich ja dann doch an den verpassten Chancen der deutschen Regierung, die das Netz erst als ein Ort der “Kinderpornographie” versteht, und dann, als das endlich vorbei ist, nichts Besseres zu tun hat, als das Internet vor allem in Bezug auf Online-Durchsuchungen zu diskutieren. Das ist so dermaßen Scheiße. Es gibt echt Wichtigeres. Eines Tages wird man das den deutschen Politikern massiv zum Vorwurf machen – und der Linken, die nie mit ihrer Technikfeindlichkeit aufgeräumt hat. Offensichtlich haben wir den Marxismus zu sehr gedreht. Und zu tief versenkt.

DEBUG wird 
Neulich Abend tanzte eine Melodie vorbei. 


Ich habe Filme aus Zürich mitgebracht, sage ich. Filme, entgegnet Mr. Bleed daraufhin leicht abwinkend durch das Telefon, verhalten sich zu Serien wie Kurzgeschichten zu Romanen. Was irgendwie stimmt. Meistens. Dann sind da die Ausnahmen. “Der Rechte Weg” von Fischli/Weiss zum Beispiel, hier Ratte und Bär mit Steinen auf dem Kopf. Nochmal: Superfilm. Horrorfilm, eigentlich. 

