dein eingangsstatement fand ich gut. die aussicht was hätte noch kommen können interessant. leider konnte das in der diskussion nicht weiter vertieft oder nur ansatzweise angerissen werden.
ich hätte es spannend gefunden, mehr über antikapitalistisches/linkes unternehmertum oder long tail als Produktivkraft zu erfahren.
leider hat sich holm da auch sehr zurückgezogen. es ist leider auch etwas merkwürdig, sich selber zu einer veranstaltung einzuladen, so wie holm das getan hat. er hätte doch nochmal das konzept seiner digitalen boheme und dem möglichen wiederstanspotentaila und freiheiten etc. erläuetrn können, stichworte wie die freie produzenten hat er ja genannt.
leider netsprach die form der veranstaltung auch nicht dem was holm mal erwähnte, den statt mehr web2.0 zu machen, fast wie in der schule wurden redner nach vorne zitiert, das war schon etwas hart.
Und was ist der Unterschied zwischen dem klassischen Ordoliberalismus und dem linken Neoliberalismus. Kling irgendwie nach altem Wein in neuen Schläuchen. Ein bisschen jugendlich peppiger mit ner Prise Web 2.0 und nem Schlag Nonkonformismus obendrauf. Oder was hab ich da verpasst?
Schöner Text.
Das Reich der Freiheit kann nur auf dem der Notwendigkeit aufblühen zitierst Du Marx und schlägst gleichzeitig vor, die Erzählung der Politiker von der Notwendigkeit der Erwerbstätigkeit aufzubrechen, damit es auch jedem klar wird, dass es im Leben um mehr geht, als nur Arbeit.
Ist dein linker Neoliberalismus nicht einfach eine Meta-Erzählung?
Und wenn es Dir am Herzen liegt, dass mehr Leute diese Erzählung teilen, anstatt sich freiwillig ins Hamsterrad spannen zu lassen wäre Bildung die beste Möglichkeit. Ergo: Im Politik und Geschichtsuntericht Adam Smith, Foucault und Luhmann(!) und vielleicht ein neues Pflichtfach: Oekonomie. Das wär doch schonmal was.
Friedrich Küppersbusch sagt zur Globalisieringsdebatte, ihn störe daran, dass betriebswirtschaftliche Meinungen als volkswirtschaftliche Wahrheiten verkündet werden.
Geschichten erzählen, die die Macht sichtbar werden lassen. Klingt für mich nach Verdeutlichung eines Verblendungszusammenhangs und der Extraktion von Ideologie in Denkformen. Der Kampf um Begriffe ist nicht neu, aber dennoch äußerst begrüßenswert. Nur zu, macht weiter.
Tatsächlich hat die Eigenart der digitalen Bohème, in flexiblen, untereinander solidarischen Netzwerken zusammenzuarbeiten und voranzukommen, Züge ehemals linker Strategien – mit der Einschränkung, dass sich hier nur eine soziale Szene absichert. Man verlinkt sich halt gerne. Der Verteidigungsversuch eines “linken Neoliberalismus” ging deswegen gründlich schief. Schnell wurde deutlich, dass es über den Wunsch der Rechtfertigung hinaus keinen Grund für die Veranstalter gab, sich selbst als politische Interessengruppe zu titulieren. Denn niemandem wäre konkret damit geholfen, wenn es Friebe gelänge, “links” und “neoliberal” auf seiner eigenen Fahne mit einem Bindestrich zu versehen, solange die unter links aufgezählten Werte, wie Solidarität, Selbstverwirklichung, Selbstbestimmung und gerechte Verteilung des Privateigentums nur für die bereits erfolgreichen Mitglieder der Digitalen Bohème gelten.
Statt Phrasendrescherei und Name-Dropping hätte man gern darüber gesprochen, wie ein von bereichernder Arbeit erfülltes Leben erst erreichbar wird. So aber erschien es geradezu als Provokation, den Habitus einer Szene vorgeführt zu bekommen, die sich damit beschäftigt, Labels für ihren Lebensstil zu designen – und aus der Diskussionsveranstaltung wurde eine aufgeblasene Werbekampagne, die das politische Desinteresse der digitalen Bohème nur mäßig verdeckte.
Post aus Barcelona. Nach drei Wochen geht’s übermorgen zurück nach Berlin. Das Darling wartet. Zuvor eine Woche Venezia. Habe an zwei Büchern gearbeitet. Eins kommt demnächst raus. Das Internet war dabei unverzichtbar. Würde mir jedoch strengstens verbitten, als digitaler Bohemien bezeichnet zu werden. Stehe absolut dazu, ein gnadenlos veralteter Printarsch zu sein, voll vorgestrig. Wer jedoch das Internet zum Reich einer neuen Lebensform stilisiert, schielt lediglich nach der Kohle der Leute von Vorvorgestern: Repräsentation statt Gebrauch. Solche Leute nenne ich, Handke leicht abwandelnd, Huren des Kapitals. Bona nit…
Schon komisch – den Text fängt wirklich gut an und gibt eine kurze Zusammenfassung von der Neoliberalismus-Debatte: Foucault; der Staat zieht sich gar nicht zurück, usw.
So weit einverstanden. In dem Moment aber, dass über Alternativen geredet wird kommt man nicht weiter als das Predigen eines linken Unternehmertums. He? Wie unterscheidet sich das jetzt von der ganzen Debatte über post-Fordistische Nische-Marketing? Ich meine, es ist schön, dass man als Linker jetzt in der ganzen Welt seine T-Shirts und Kaffeetassen verkaufen kann, aber bitte…
Die Glaube, dass man die Produktionsverhältnisse über die Verschiebung innerhalb der Produktion ändern kann, scheint mir hier den größten Denkfehler und typisch für diese ganze ‘digitale Boheme’ Rhetorik. Wieso fällt es so schwer kritische Arbeit auch als politische Arbeit zu denken und nicht (nur) im Bezug auf Ökonomie, aber im Bezug auf Staat? Wenn Neoliberalismus eine politische Regulation ist (wie du selber argumentierst), dann macht es doch durchaus Sinn alternative politische Regulationsmechanismen zu denken?
es ist richtig, diesen diskus anzufangen. der öffentliche. mainstream diskurs geht ja richtig krank am kern vorbei in den letzten jahren. da wird hartz 4 als reform verkauft, reform um die angestellten-diktatur zu zementieren. weniger wegen der angestellten, sondern um die angestellten verwalter, die verwaltungsparasiten dieses landes, die 50% von allem nehmen und sich die gesetze dazu machen. “linker neoliberalismus” kann wohl nur selbständigentum, unternehmertum heissen. nur das weiter zu etablieren, in betonköpfen wie stoiber, münte, dgb, spd, cdu, fdp, grüne, linke, rechte das wird ne dicke nuss. schwerer zu knacken als die ddr.
aber notwendig, nowendig, notwendig. und schwierig auch, weil es handlung werden muss, um zu wirken. da habe ich keine ahnung, wie das gehen soll. wenn es in “abgeleitete konzepte” übergeht, dann wird es auch nur ein reform-fortsätzchen.
ein konzept in diese richtung könnte das “grundgeld” sein. nur diese ansatz wird erst mal (auf 5-10 jahre?) am massiven widerstand der besitzstandwahrer, vor allem des verwaltungs- und staatsapparates scheitern.
Value comes from the edge :-) (vllt. von der linken Kante):
http://www.conversationhub.com/
Empfehlenswert: John Hagel und die Abschluss-Diskussion
dein eingangsstatement fand ich gut. die aussicht was hätte noch kommen können interessant. leider konnte das in der diskussion nicht weiter vertieft oder nur ansatzweise angerissen werden.
ich hätte es spannend gefunden, mehr über antikapitalistisches/linkes unternehmertum oder long tail als Produktivkraft zu erfahren.
leider hat sich holm da auch sehr zurückgezogen. es ist leider auch etwas merkwürdig, sich selber zu einer veranstaltung einzuladen, so wie holm das getan hat. er hätte doch nochmal das konzept seiner digitalen boheme und dem möglichen wiederstanspotentaila und freiheiten etc. erläuetrn können, stichworte wie die freie produzenten hat er ja genannt.
leider netsprach die form der veranstaltung auch nicht dem was holm mal erwähnte, den statt mehr web2.0 zu machen, fast wie in der schule wurden redner nach vorne zitiert, das war schon etwas hart.
was soll denn bitte ein antikapitalistisches Unternehmertum sein. So was wie ein veganer Metzger?
Und was ist der Unterschied zwischen dem klassischen Ordoliberalismus und dem linken Neoliberalismus. Kling irgendwie nach altem Wein in neuen Schläuchen. Ein bisschen jugendlich peppiger mit ner Prise Web 2.0 und nem Schlag Nonkonformismus obendrauf. Oder was hab ich da verpasst?
Schöner Text.
Das Reich der Freiheit kann nur auf dem der Notwendigkeit aufblühen zitierst Du Marx und schlägst gleichzeitig vor, die Erzählung der Politiker von der Notwendigkeit der Erwerbstätigkeit aufzubrechen, damit es auch jedem klar wird, dass es im Leben um mehr geht, als nur Arbeit.
Ist dein linker Neoliberalismus nicht einfach eine Meta-Erzählung?
Und wenn es Dir am Herzen liegt, dass mehr Leute diese Erzählung teilen, anstatt sich freiwillig ins Hamsterrad spannen zu lassen wäre Bildung die beste Möglichkeit. Ergo: Im Politik und Geschichtsuntericht Adam Smith, Foucault und Luhmann(!) und vielleicht ein neues Pflichtfach: Oekonomie. Das wär doch schonmal was.
Ansonsten. It’s a musical thing ;)
http://www.youtube.com/watch?v=ERbvKrH-GC4
Ob in dieses Konzept auch ein Grundgehalt passt? Würde mich interessieren…
“Digitale Bohéme” and all that Quatsch: Selbstrechtfertigungsdiskurs kulturell und politisch orientierungsloser Opportunisten, oder?
Friedrich Küppersbusch sagt zur Globalisieringsdebatte, ihn störe daran, dass betriebswirtschaftliche Meinungen als volkswirtschaftliche Wahrheiten verkündet werden.
Geschichten erzählen, die die Macht sichtbar werden lassen. Klingt für mich nach Verdeutlichung eines Verblendungszusammenhangs und der Extraktion von Ideologie in Denkformen. Der Kampf um Begriffe ist nicht neu, aber dennoch äußerst begrüßenswert. Nur zu, macht weiter.
aus der berliner zeitung:
Tatsächlich hat die Eigenart der digitalen Bohème, in flexiblen, untereinander solidarischen Netzwerken zusammenzuarbeiten und voranzukommen, Züge ehemals linker Strategien – mit der Einschränkung, dass sich hier nur eine soziale Szene absichert. Man verlinkt sich halt gerne. Der Verteidigungsversuch eines “linken Neoliberalismus” ging deswegen gründlich schief. Schnell wurde deutlich, dass es über den Wunsch der Rechtfertigung hinaus keinen Grund für die Veranstalter gab, sich selbst als politische Interessengruppe zu titulieren. Denn niemandem wäre konkret damit geholfen, wenn es Friebe gelänge, “links” und “neoliberal” auf seiner eigenen Fahne mit einem Bindestrich zu versehen, solange die unter links aufgezählten Werte, wie Solidarität, Selbstverwirklichung, Selbstbestimmung und gerechte Verteilung des Privateigentums nur für die bereits erfolgreichen Mitglieder der Digitalen Bohème gelten.
Statt Phrasendrescherei und Name-Dropping hätte man gern darüber gesprochen, wie ein von bereichernder Arbeit erfülltes Leben erst erreichbar wird. So aber erschien es geradezu als Provokation, den Habitus einer Szene vorgeführt zu bekommen, die sich damit beschäftigt, Labels für ihren Lebensstil zu designen – und aus der Diskussionsveranstaltung wurde eine aufgeblasene Werbekampagne, die das politische Desinteresse der digitalen Bohème nur mäßig verdeckte.
Post aus Barcelona. Nach drei Wochen geht’s übermorgen zurück nach Berlin. Das Darling wartet. Zuvor eine Woche Venezia. Habe an zwei Büchern gearbeitet. Eins kommt demnächst raus. Das Internet war dabei unverzichtbar. Würde mir jedoch strengstens verbitten, als digitaler Bohemien bezeichnet zu werden. Stehe absolut dazu, ein gnadenlos veralteter Printarsch zu sein, voll vorgestrig. Wer jedoch das Internet zum Reich einer neuen Lebensform stilisiert, schielt lediglich nach der Kohle der Leute von Vorvorgestern: Repräsentation statt Gebrauch. Solche Leute nenne ich, Handke leicht abwandelnd, Huren des Kapitals. Bona nit…
Erst mal einfach nur danke fürs Einstellen!
Na Frau Bunz, hat es ihnen die Sprache verschlagen? Muahahahaha!
Linker Liberalismus? Pah! Hahaaaa!
El Sponk.
Schon komisch – den Text fängt wirklich gut an und gibt eine kurze Zusammenfassung von der Neoliberalismus-Debatte: Foucault; der Staat zieht sich gar nicht zurück, usw.
So weit einverstanden. In dem Moment aber, dass über Alternativen geredet wird kommt man nicht weiter als das Predigen eines linken Unternehmertums. He? Wie unterscheidet sich das jetzt von der ganzen Debatte über post-Fordistische Nische-Marketing? Ich meine, es ist schön, dass man als Linker jetzt in der ganzen Welt seine T-Shirts und Kaffeetassen verkaufen kann, aber bitte…
Die Glaube, dass man die Produktionsverhältnisse über die Verschiebung innerhalb der Produktion ändern kann, scheint mir hier den größten Denkfehler und typisch für diese ganze ‘digitale Boheme’ Rhetorik. Wieso fällt es so schwer kritische Arbeit auch als politische Arbeit zu denken und nicht (nur) im Bezug auf Ökonomie, aber im Bezug auf Staat? Wenn Neoliberalismus eine politische Regulation ist (wie du selber argumentierst), dann macht es doch durchaus Sinn alternative politische Regulationsmechanismen zu denken?
Ganz hübscher Versuch eigentlich. Erhellend dazu folgender Artikel
http://www.jungewelt.de/2007/07-25/019.php?print=1
es ist richtig, diesen diskus anzufangen. der öffentliche. mainstream diskurs geht ja richtig krank am kern vorbei in den letzten jahren. da wird hartz 4 als reform verkauft, reform um die angestellten-diktatur zu zementieren. weniger wegen der angestellten, sondern um die angestellten verwalter, die verwaltungsparasiten dieses landes, die 50% von allem nehmen und sich die gesetze dazu machen. “linker neoliberalismus” kann wohl nur selbständigentum, unternehmertum heissen. nur das weiter zu etablieren, in betonköpfen wie stoiber, münte, dgb, spd, cdu, fdp, grüne, linke, rechte das wird ne dicke nuss. schwerer zu knacken als die ddr.
aber notwendig, nowendig, notwendig. und schwierig auch, weil es handlung werden muss, um zu wirken. da habe ich keine ahnung, wie das gehen soll. wenn es in “abgeleitete konzepte” übergeht, dann wird es auch nur ein reform-fortsätzchen.
ein konzept in diese richtung könnte das “grundgeld” sein. nur diese ansatz wird erst mal (auf 5-10 jahre?) am massiven widerstand der besitzstandwahrer, vor allem des verwaltungs- und staatsapparates scheitern.
Noch ein bisschen was zum Begriff Neoliberalismus:
http://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=69