Gesucht: Online gut umgesetzte Magazine. Tageszeitungen haben ja ihre etwas langweilige Form gefunden aka Text trifft Bild und ab damit in die Blogroll – Der Tagesspiegel, der online den Look einer Zeitung pflegt, ist da ja im deutschen Raum eher eine Ausnahme. Aber jetzt, nach Foto-Blogs wie The Satorialist oder Amy Stein kommen bald die Magazine (meine These). Monocle von Tyler Brylée (Ex-Wallpaper) macht gerade einen guten Anfang. Bei meinen weiteren zwei Lieblingsmagazinen Fantastic Man und Acne Paper sieht es eher noch nach “Phase 1″ des Online-Journalismus aus: Print wird Online abgebildet. Online ist hier quasi nichts anderes als Werbung für Print. Wenn man alles so gut hinkriegt wie Fantastic Man gerade, dann darf man das auch.
Dazu noch ein paar Zeilen, einfach weil mich das fasziniert. Im Zuge eines Vortrags an der Hamburg Media School habe ich versucht zu verstehen, was Magazine heute ausmacht. Viel geblättert. Viel in die Ecke gepfeffert. Alle Design- und Architekturmagazine des Professors gesichtet, am liebsten Archis und Dot Dot Dot. Den besten Freund Löcher in den Bauch gefragt. Stundenlang staunend bei Pro qm im japanischen Idea geblättert. Den Lieblingsberater dazu animiert, mir Fachbücher über verschlungene Seitenwege zukommen zu lassen. Klar wurde dann, dass es journalistisch nicht mehr in Richtung Special Interest und Segmentierung geht. Magazine macht heute aus, dass sie Themen und Formate neu und anders zusammenzubinden und zwar so, dass sie dabei zu etwas Eigenem werden. Und genau das schafft Fantastic Man so gut.
Fantastic Man, eigentlich ein Modeheft für Männer, das ja die Butt-Jungs Gert Jonckers und Jop van Bennekom machen, hat wunderschöne Fotostrecken, um die Ecke guckende Hintergrundartikel und Porträts, nein, eben nicht von Celebreties, sondern von interessanten Personen, das ist ja etwas anderes. All das wird miteinander verzahnt, kombiniert und morpht so zu etwas Neuem, Eigenem. Unterstützt übrigens von einem elegant klassischen Layout, liegt ja gerade im Trend, so ein zurückhaltender, zeitloser Stil. Der prägt beispielsweise auch das Acne Paper von Thomas Persson. Print also überhaupt nicht tot, im Gegenteil. Print super schön. Was mich trotzdem interessiert: Wie könnte man all das online interpretieren, ohne es dort abzubilden, sondern etwas Eigenes daraus machen. Kennt jemand Ansätze?

Ja, genau diesen Zug beobachten wir nun auch schon seit ein paar Monaten auf der Eisenbahnplatte. Gerade weil es immer wieder Initiativen guter online Magazine gibt, die sich eben auf dem Bildschirm für lau realisieren lassen, für den Kiosk aber enorme Investitionskosten erfordern. Aufgefallen sind uns (tethys-themenhefte, eine initiative in der Gründung) dort vor allem, magazine wie die facette, Philosophen der Humboldt Uni waren arbeitslos und haben Spass dabei, oder daheim, ein ebenso ambitionierter Versuch eines (auch)online magazins. Da bewegt sich wirklich was in sachen layout und Textbildaufbreitung. Nur frage ich mich dann, warum der Weg doch von der digitalen Welt an den Kiosk zu drängen scheint. Hat Gutenberg doch was unvergänglicheres geschaffen als das das Internet kann. Zieht uns Papier mehr an als Bildschirmtext? Naja, das werden wohl unsere Kinder entscheiden…
neben Monocle noch ganz nice:
- Inquiring Mind: http://www.inqmnd.ca/
- Good: http://www.goodmagazine.com/
- Beautiful Decay: http://www.beautifuldecay.com/
- Format: http://formatmag.com/ und vom kollaborativen Ansatz her auch
- Riottt: http://www.riottt.com/
- Jetzt: http://jetzt.sueddeutsche.de/ und.
- Neon: http://www.neon.de/.
Das-Magazin.ch
Spannende Hintergrundinfos zu Warum und Wie und Was gibt’s bei den Machern der Seite: nformationarchitects.jp
Der Vorteil von Heften ist deren Wegknallbarkeit. Es soll sich keine Ästhetik festsetzen. Jede Ästhetik ist mit ihrem Entstehen bereits Muster. Codiert. Es ist wie bei den kl Katzen, die ein gewisses Muster sehen, codiert werden, und die dann aus dem Muster nicht mehr raus kommen – wegwerfen, immer wegwerfen.
Tut man das nicht, kommen solche Labels bei rum, wie, das waren die 80er Jahre – und jeder weiß dann angeblich, was die 80er Jahre waren — DIE gibt es nicht, wie eigentlich alle mit Ästhetik arbeitenden Wissenschaften wissen – man könnte sogar W Welsch dazu hervorholen, den Text über Vernunft (Teile zur Ästhetik darin).
Weiter darüber, es gibt so nichts wirklich Eigenes mehr – wäre auch nicht mehr transversal, sondern hyperversal. Ein Magazin ist immer gleichzeitig sein eigenes Label, seine eigene Organisation, die Organisation ist immer auch ästhetisch – man kann gar nicht ohne Ästhetik organisieren, unmöglich. Jedes Bild ist immer auch eine Organisation. Der weitere Rahmen des Bildes ist das Magazin, dass das Bild bringt, organisiert vorab bereits im ästhetischen Universum des Magazins. Diese Universen morphen schon gar nicht mehr, es bleibt nur irgendwann deren Implosion. Mich hat noch nie ein Magazin überzeugt, geschweige denn ein ästhetisches Produkt, wie sie bspw. im pro m² ausliegen.
Was ist die Lösung, hä? Höre ich die Frage. Ein Magazin, das gar nicht fertig wird, das sich gar nicht als solches materialisiert, gar nicht zu einer Codierung kommt (also auch keine „schwachen“ Codierungen – im Gegenteil, eines, dass nicht „schwach“ nicht fertig wird, sondern viel eher dass sehr stark nicht fertig wird – so stark wie möglich — eines also, das am Ende nicht in die Ecke fliegt – geht das online – ich glaube nicht – ein hardware-Problem Bildschirm — Programmierungen etc. – Programm-Segmente – gefällt mir alles nicht – was wird benötigt, bestimmt momentan eine Special-Brille, also die Teile, die es für anderes schon gibt, nur kam bislang niemand darauf, das mit Magazinen zu verbinden (eh nur Kompromiss) – also diese online magazin würde es nie bis zu r ersten Ausgabe schaffen, aber das „Schaffen“ wäre die Ausgabe… Titelvorschlag dafür: not/yet
Wer bspw. in Fantastic Man (Flash-Allergie, yes yes, must) blättert, sucht eine ästhetische Foundation (aka Organisation) – das gilt für alle Magazine derart, die wenigsten schaffen eine gute Foundation, aber das ist 20. Jh. Wie kaum anders, wurden die Katzen doch, als sie klein waren, ästhetisch dann codiert.
Es geht aber so noch eine Menge – kl. Verschiebungen mit der Maus (you know what i mean) und wutsch, what, that behind.. wutsch, no !!! that !!! Menschen ästhetisch öffnen ist immer „politisch“ – move it
Titelvorschlag: move/yet/not
Also ich hab mir die verlinkten Online Magazin-Angebote nochmal genauer angesehen. Und ganz unbestritten sieht das edel aus. Aber entweder habe ich da was nicht verstanden, oder wir reden von was anderem – die sind allesamt geradezu reaktionär. Ich meine … das ist nicht so schlimm, wie ePaper oder Flashpaper, aber schon ziemlich dicht dran. Da kann man doch kaum von einer Webumsetzung sprechen.
Schau Dir wirklich mal Das-Magazin.ch an. Das sieht nicht nur – wie gewollt – schlicht aus, sondern hat noch ein ausgeklügeltes Partizipationskonzept, auf das ich wirklich neidisch bin.
ich finde, dass ein magazin – ok, das trifft auch auf einige meiner bespiele zu, aber ich habe hauptsächlich versucht, gestalterisch gelungene exemplare zu nennen – welches online einem überholten publikationszyklus folgt, nicht sonderlich medien-gerecht umgesetzt ist.
und schlichtheit im layout kann kein maßstab für eine gelungene web-variante eines magazins sein. gerade die von frau bunz genannten offline-beispiele bestechen neben der thematischen/journalistischen exzellenz durch die variantenreiche kombination von text und bild. ein www-magazin, das die multimedialität des webs nicht instrumentalisiert, begeht einen fehler bzw. schöpft dessen potential nur unzureichend aus.
Ten by ten finde ich ganz gut.
Grade habe ich durch Zufall über Pott2null.de folgendes entdeckt: Spoonfork. Ist deren monatliche Erscheinungsweise überholt? Ist es ästhetisch geglückt? Keine Ahnung, nicht meine Domäne. Habs nur grade mal überflogen und fand es ganz nett umgesetzt. Also stell ich es euch mal zu Diskussion.
das vice magazin (man mag von dem blatt halten was man will, aber ich finds ja sehr unterhaltsam, hehe..) hat schon seit einer weile sehr konsequent eine web-tv seite, die, wie ich finde, sehr gut funktioniert und das medium internet auch als solches intelligent nutzt und die möglichkeiten ausreizt (inklusive nicht bzw. wenig nervender werbung, da gut integriert und platziert). (www.vbs.tv)
das gleiche tut specialten. obwohl die ja auch eh als print-version schon multi-medial (plus DVD) sind. (www.specialten.tv)
ein weiteres favourite meinerseits ist das new york magazine. ich finde, die contents sind sehr gut aufbereit, auch optisch. und man hat einen archivarischen zusatznutzen durch die ganzen “bestof” etc. geschichten. auch wenn ich nicht in nyc wohne, lese ich dort regelmässig artikel und merke mir sachen für meinen (hoffentlich baldigen) nächsten new york besuch. ;-)(www.nymag.com)
metamute magazine
super-tot und super-schön, super-edel kommt das an. Magazine duchblättern bei pro qm2. Das Modell hat eine Hose an und legt den Kopf schief. Das Leben hat sich mal wieder super gelohnt. Oder wie kann man das sonst lösen? Habt ihr Ansätze? Ja, klar. Urban. Wunderschöne Fotostrecken. Lieblingsberater, Lieblingsitaliener, Lieblingsjapaner. Aber, sorry, heute irgendwie n Furz quer. Echt?
surface is everything/k
Den Satz bitte cutten von mir vorher… es geht um Bilder u. a. dabei… bei den Bilder-Leuten (Bilder-Läuten) fällt mir auf, dass so ziemlich alle Probleme mit der Wahrhaftigkeit haben, warum aber:
Es geht bspw los mit hehren und richtigen Ansätzen bspw. schwarzer Aktivisten, die sagen, wow – die besten Klamotten, die beste Erscheinung und kein Ghetto-Style führen zur Anerkennung – ok , richtig – dann, was fehlte als der Erfolg kommt: Integrität.
Gehen wir doch gleich zu Modemachern: Yamamoto, trifft alles darauf auch zu, was Mrs Bunz da sagt – inkl nimmt der exakt die Vorlagen eben auch nicht von Celebs, es sind Straßenarbeiter und deren Kleidung, Zigeuner und deren Kleidung, die veredelt wird, was ihn interessiert ist die Haltung der Leute… gleichzeitig löst er den Ort auf (eben kein Tokio, New York, Paris etc — nimmt er alles bereits vorweg – und ich denke das Magazin Fantastic Man ist besonders ein Fantastic Fan von Yamamoto). Celebs werden übrigens „gemacht“, die sind auch ganz normal, einige jedenfalls.
Yamamoto geht nen ganz anderen Weg und der ist denke ich integer – denn er ersetzt den Zigeuner nicht durch „edle Klamotten“ etc und übernimmt etwa nur dessen Haltung, nein er relativiert den Ort, den die Person einnimmt, er relativiert „oben“ und „unten“… lässt die Person intakt…
Es kommt auf die Haltung an, mit der ein Magazin gemacht wird und diese Haltung kommt nicht von Vorlagen, mit der Haltung kann man allerdings Vorlagen ansehen. Das Problem sehe ich im Journal/ismus.
Man muss mit den Fingerspitzen arbeiten, nicht mit dem Auge allein – das halte ich für den Ansatz, der ist übertragbar — Berlin fehlt das — Berlin Design bspw. schafft es online nicht, leider – es wäre also konkret was nötig – denke jetzt echt an ein paar Modemacher of town – und warum sollen die nicht ein Magazin online machen — bestimmt nötig. Ich weiß aber an wen dabei denke. Und die verzichten auf online-Repräsentation weitgehend.
Das wäre ein Zusammenbinden (Beispiel) von Bereichen, aber gepunktet auf Integrität und ästhetischer Haltung. Und ich sehe nicht, dass das Moment vom Journalismus kommt. Daher sehe ich nen Konflikt (und das versuchte ich vorher auszudrücken).
Nein, mit Fingerspitzengefühl online kenn ich nicht (oder fast nicht, ein schlichter Verzicht wäre ein Beispiel, kenn ich). Die Philosophie muss rüber kommen und mit dabei sein, also ich halte die Übertragung von Bildern oder Optik Richtung online nicht ohne Verlust für möglich. Es braucht einen Katalysator dabei.
Denn das Heft vermittelt auf jeden Fall schon an sich Haptisches, auch wenn das projiziert sein mag, die Tastatur schafft das nicht, man fasst auch den Bildschirm mit den Fingern nicht an, das Heft schon, es gehört dazu, man streicht drüber, man riecht es auch – es erdet, verbindet, transportiert integre Philosophie dabei mit — das alles find ich wichtig und das muss online geleistet werden bei der Übersetzung —— das erwarte ich —— und das kenn ich nicht. Kurz online heisst ästhetischer Verlust bislang.
-> Ben, danke, guter Verweis, das: Informationarchitects. Gleich Freunden weiter gereicht.
Und natürlich hast du Recht. Die verlinkten Seiten – Acne, Fantastic Man – sind gerade bestimmt die besten europäischen Print-Magazine, aber in ihrem Online-Auftritt noch beim Internet-Journalismus Phase 1: Print Online abbilden. Ziemlich müde.
Deshalb ja auch meine These: Da muss was passieren. Das nächste, was also spannend werden könnte, sind Magazine – und nicht News – online. Vielleicht wird sich das auch gar nicht so unterscheiden, Bilder sind ja auch News, sometimes. Bewegt, als kommentierte Slideshow, Video, IPTV oder was auch immer. Außerdem werden Webseiten wieder schlanker und flacher – wer will denn auch so tief in Information wühlen, kein Mensch.
-> Sayiamsorry, ja Vice mag ich auch. Dein Posting gesehen, deshalb gleich die neue durchgeflippt und mit dem besten Freund prompt in einen Streit geraten. Die Party gestern im Cookies fand er okay, die Zeitung bloße Attitude. Die ist da, klar. Aber da ist noch mehr. Sogar mehr als unterhaltsam – was ja nicht falsch ist, unterhaltsam, eh klar.
Ongaku -> Wegknallbarkeit, super Wort auch. Und wegwerfen, immer gut. Nein im Ernst. Bloß nicht zuviel Balast herumschleppen. Sammeln, prinzipiell irgendwie suspekt. Mir zumindest.
wird konkret an ein neues magazin gedacht?
die verbindung architects und information gab es bereits in den 60ies und ist auch 60ies – es gab die ausstellung cybernetic serendipity (o.s.ä.) ca. 69 — weigere mich, die fachworte zu benutzen – ahn interface, ahn what is? als klaus schulze ne lp inter*face nannte, wusste keiner, was das ist (mein taschengeld schon)… carl craig dann auch, denn der knallte sich hörbar klaus schulzes interface voll rein (von wegen detroit, berlin – die coolness kommt von schulze)…
ok – was da so zu sehen ist, sieht wie pläne aus, die in den 60ies bereits zusammenarbeit oder das linken versch. tools organisieren sollten – das ist gar nicht weiter, wenn die pages so sehe – denn die page ist ein plan, ne karte (interface)… real wurde damals mit lochkarten gearbeitet, die organizationsschemata von künstlern und technikern aber, die da zusammen arbeiteten sahen aus wie web-pages heute… was ich sah über die beispiele hier, kann auch an schultafeln stehen, der katalog überzeugt mich nicht
die profis haben die totalen probleme momentan und lesen heftig philosophie (die magazin-leute meine ich nicht, sondern heftiger)…
ne page ist eine organizationsfrage, design organisiert, lenkt, steuert (cyber) – daten und design (cyber-space)…
ein magazin wäre kybernetik, design, ästhetik, journalismus, philosophie
das sind ressourcen und sorry, hab ich nicht gesehen… ein philosoph verwendet kaum den begriff “content”… und wenn er lev manovich heisst, heisst er nicht badiou… unterschiedliche bereiche sprechen unterschiedliche sprachen, und das gegenseitige näherkommen der sprachen, sieht man an den web-pages (und das sah vor über 10 jahren vielversprechender aus, kam nicht weiter, trennt sich)…
einen webauftritt planen oder eine stadt liegen nicht so weit auseinander vom benötigten know how…(nämlich zweites geschieht auch am bildschirm – auch das kann man als magazin mit allen nötigkeiten verstehen)
es würde ein vortrag folgen (immer wegwerfen)… alles wegwerfen…
also knapp:
bswp problem aesthetique:
affirmativ / subversiv
bei dem stichwort wollt ichs lassen plus design lenkt (ruled) – das ist nicht ideologiefrei und ebenso ist das kein internetauftritt – die beispiele hier tragen alle ne ideologie… die fachvokabeln sind deren parfum…
ein magazin ist ein plan, pläne sind nicht ideologiefrei, auch das nymag ist es nicht – begriffe wie übersichtlichkeit oder das und das haben mir geholfen sind kriterien wie sie bspw in bourdieus klassifikationssystemen zu finden sind… die kriterien sind gar n icht neutral, wie sayimsorry vielleicht glaubt (und die feinen unterschiede ist ein stoff, den die profis lesen beim konzipieren von pages, etwas abgewandelt – mit der power plant man, wenn man bspw werbekunden benötigt, denen man was erzählen muss).. ach ja, der vortrag sollte wegfallen…
eine page ist ne multisdisciplinary study (über jede seite kann man n mehrbändiges fachwerk schreiben)
Ich kann http://www.e-politik.de sehr empfehlen…
… habe ich mir nun alle Beispiele angeschaut und nachgedacht. Komisch, irgendwie hatte ich bei den meisten der hier angezeigten online-journal Beispiele ‘nen dejavu Effekt. Als die Menschen vor mehr als 2000 Jahren nicht mehr auf Palmblätter oder Pergament schreiben wollten und sich langsam das Buch zum drin herumblättern entwickelte, da mussten sie es als Träger von Weisheit anthropomorphisieren. So hatte das Buch eben einen Kopf (Kaput),einen Fuß (Fußnote), einen Rücken usw. Diese für Jahrhunderte funktierende Form Inhalte zu verpacken hat wohl erst mit dem neuen Medium hyptertext wirkliche Akzentverschiebungen erfahren. Nun reden wir hier aber quasi über ein komisches Ding, und zwar die Buchform, also das Magazin wieder auf den Bildschirm zu bringen. Fast alle bleiben da wirklich bei Header, Textbody, Foto bzw Fotostrecke. Die einzige bisher wirklich lohnende Akzentverschiebung beim online Magazin war wohl spoonfork. Die Art wie sie Fotos, Hefte im Heft (Hörspiel) und Filme mit einbauen, da muss ich schon sagen: Wow!
Nur bleibt hier wieder die eingangs gestellte Frage, warum dann das Blättern, das magazinomorphe auf der online Oberfläche? Komisch. Macht das Magazin sich zu einem solchen durch seine Form oder sein periodisches Erscheinen? (Wenn es bloss das Abbilden der Magazinoberfläche auf html ist, dann ist das in der Tat reaktionär, wie oben schon einmal angedeutet wurde.) Aber was ist nun drinnen im Rahmen dieses Magazins, ist es wirklich, wie oben angedeutet nur eine Organisations-und Haltungsfrage oder hat diese Organisationsfrage auch ihre Grenzen?
Neben den erwähnten wundert es mich, dass eines meiner Lieblings noch gar nicht erwähnt wurde: http://www.neuegegenwart.de/
hm… machen wir hier grad mercedes’ arbeit? wie is’ der stundensatz? ;-)
Mich wundert, dass so wenige Online-Magazine ihre Leser daran teilhaben lassen, wie ein Artikel entsteht. An umfangreicheren Artikeln arbeitet man ja mehrere Tage. Man könnte sie Stück für Stück online stellen, immer mit dem Hinweis: in Arbeit! Und irgendwann sind sie fertig.
Ich mache das manchmal. Und jetzt kommt der Haken: Das, was ich für eine gute Idee halte und eben nur online, aber nicht auf Papier möglich ist, interessiert Leser nicht die Bohne. Also doch keine gute Idee… Manchmal habe ich den Verdacht, dass die mit einem E-Paper oder PDF glücklicher wären. Und am glücklichsten mit Papier.