Ich freue mich jeden Montag, ach Quatsch, Sonntag Nacht quasi schon bei last.fm sehen zu können, was ich in der letzten Woche so am intensivsten gehört habe. Aber dass diese Woche in meinen Charts Burial vor These New Puritans ist, kann absolut nicht sein. Und Remote Viewer habe ich nicht so oft gehört, ich musste sogar erstmal nachgucken, was das ist. Ach genau, toll verknispelte Electronica von City Centre Offices ist das. Aber ich bin ja gerade eher so “let’s go deep into the darkness”-mässig unterwegs. Und das heißt: Mein last.fm schummelt. Schade eigentlich. Ist das jemandem anderen auch aufgefallen?
Monthly Archive for January, 2008

Schnuckelig zurückgelehnter Flanellsack voller Melancholie das ist: Raz Ohara And The Odd Orchestra. Kann man gut seinen Kopf drauf legen und sich ein wenig von dem unklärbaren Durcheinander ausruhen, das man so Leben nennt. Schön, dass es Ohren gibt, und dann noch gleich zwei davon. :)
Raz Ohara And The Odd Orchestra spielt am Sonntag, dem 27.1. im Babylon Mitte. Und zwar mit Swod. Swod ist mindestens ebenso schön, aber dreht Electronika nicht Richtung Gesang, sondern Klassik. Und das sehr beeindruckend. Toll.

Darjeeling Limited, der neuen Film von Wes Anderson, sagt das Umfeld zu weiten Teilen, sei amüsant anzuschauen, aber dann bleibt es dabei. Finde ich nicht. Es gibt zu viel zu sehen quer durch die spirituelle Reise dreier Brüder, deren Rituale immer mehr Gesten bleiben, bleiben sollen vielleicht auch, weil sie sowieso mehr Typen sind als Brüder, obwohl sie, und das macht den Film aus, auch immer Brüder sein könnten, einfach weil es Geschichten wie diese gibt. Weil es aber nicht (auch nicht wieder) darum gehen kann, authentisch zu erzählen, wird die Geschichte aus Fragmenten gebaut, voller Klischees, denn natürlich ist das nicht Indien, beispielsweise – und irgendwie doch.
Überhaupt einen Film über Spiritualität, Religion zu machen, heute, jetzt, dann nur so. Genau deshalb darf es zwischendurch etwas viel Slapstick-Comedy sein, deswegen darf einem das kurz auf die Nerven gehen und sich dann in schönen Bildern verfangen und damit das wieder werden, spirituell, auf seine Weise. Die Dinge an der Kante halten: Die wunderschönen Koffer, die von den Jungs durch die Geschichte getragen werden, stehen für die Last am Tod des Vaters und des Verlassen-Seins von der Mutter, aber sie sind auch immer diese wunderschönen Marc-Jacobs-für-Louis Vuitton-Koffer, der alle Kleider und Accessoires im Film gekonnt mit Farben überzogen hat. Und damit sind die Koffer eben immer auch sie selbst, mehr als die Vergangenheit, mehr als nur Symbole.
Überhaupt die Accessoires, die Klamotten, die Ausstattung, die Farben. Bildersprache, Flucht zurück ins Bild: Die Beerdigung des toten Kindes, ein Gemälde, durch das die drei gehen, au Backe, denkt man sich, und dann kommt es genau so, Jason Schwarztman wirft auch noch Blumen hoch, aber dann denkt man sich, uh, und ist beeindruckt und versteht, dass man bestimmte Momente nicht abbilden kann oder dann doch, aber eben nur nebenbei, beispielsweise als der Vater im Wasser während der Rituale des Abschiedes kurz strauchelt und gestützt werden muss. Was nicht weiter thematisiert wird. Wie der Film überhaupt lauter Ausfahrten aufweist, an denen eine andere Geschichte weiter erzählt werden könnte.
Alle Frauen haben übrigens jemanden verlassen in dem Film. Egal, die Jungs verraten sich ebenso gegenseitig. Bis sie am Ende zusammen etwas erlebt haben und dann aber eben nicht gereinigt und neu ins Leben treten. Die Szenen wiederholen sich, alles ist wie am Anfang, Deja-vu, im Zug auf dem Weg zurück gibt es den gleichen Drink, die gleichen Sätze, den gleichen Dialog. Nein, es gibt auch nach dem Film noch viel zu sehen. Ganz einfach weil: Es ist eben nicht so, wie Mademoiselle K. sehr richtig bemerkte, dass Oberflächen nichts erzählen. Die tun das. Irgendwie auf der Höhe 2008, der Film.
Das muss ich jetzt mal aus den tiefen der Kommentare nach oben holen: M hat ja neulich das hier gepostet: Kenneth & Monique. Supercool. Popkulturkunst rockt hier mit Mode, Musik, Sex, Aufmüpfigkeit, Fotos, Fonts, Stil. Okay, ich revidiere sofort alle meine Vorurteile MySpace gegenüber.
Weiss jemand, wer oder was das ist?
PS: Danke auch für den Verweis auf den Maximilian Porbst Artikel. Hatte ich verpasst!
PSII: Auch ziemlich gut: Das hier bzw. die Kommentare dazu… Wenn man alles zusammen nimmt, scheint das Butt-Magazin den Sex als Jungs-Style-Attitude wieder nach oben gespült zu haben. Warum auch nicht.
