Die Wohnung zum Tanzen bringen

Eigentlich höre ich ja nicht gerne minimalen Elektro zu Hause, ich finde, das ist Musik für ein großes Soundsystem. Sie gehört in den Club, in dem man Bässe und Höhen in vollem Umfang durch den Raum bouncen lassen kann. Oder sagen wir es so: Meine Wohnung fremdelt mit Techno. Auf der Website von Karaoke Kalk, eines meiner Lieblingslabel, habe ich aber gerarde das als neues Webrelease entdeckt, auch wenn die Musik von 2005 ist: Kandis, Jumpstart. Und mit Jumpstart ist es anders. Vielleicht, weil Jumpstart gekonnt an der Grenze zwischen ruhigen Knispel-Beats und minimalem Techno herumwuselt, das kann Kandis ja gut, sei es unter Senking, Fumble oder eben Kandis. Jumpstart ist dabei von den Tracks her immer ein wenig düster und zurückhaltend, aber präsent, und zugleich sehr gekonnt elegant und schön. “Lost at the Youth Club” erklärt die Beats zur Melodie, die dann aber doch im Verlauf bereitwillig ihren Part abgeben, shifting eben, wie es nur elektronische Musik kann. “Letter” fängt an, seltsamen Melodien durch die Zeit zu folgen, wie eine Fährte, die man mit der Nase aufgenommen hat. Und “Picture Page (Process ‘integ’ Remix)” drückt dann wirklich wunderschön einen repetitiven Technofilter durch den Track, bis er sich in einer Melodie verfangen hat, die einen an der Hand nimmt und einen uplifting mit ihr bekannt macht. Leichte Euphorie stellt sich ein. Musik eben.

1 Response to “Die Wohnung zum Tanzen bringen”


  1. 1 speterchen

    Leichte Euphorie stellt sich ein. Musik eben.

    SEHR SCHOEN: liest sich wirklich ausgesprochen gut an!

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