AI

Nicolas Carr hat im Atlantic einen ganz interessanten Artikel darüber geschrieben: Is Google making us stupid? These: Wir skippen und scannen nur noch die Information, aber lesen nicht mehr konzentriert. Nun ja. Es gibt sicher einen Grund dafür, dass man sich abgeschlossen in Bibliotheken setzt, die einem nichts anders, psst, erlauben als sich zu konzentrieren. Die Bibliothek, eine Konzentrationsmaschine. Gleichwohl ist da etwas dran. Trotzdem: Das Interessantere finde ich die Beobachtung, dass Google in den Augen der Google-Macher Larry Page, Sergey Brin und Eric Schmidt so etwas wie Artifical Intelligence sein soll – kommt am Ende des Artikels inklusive der Frage: Are our brains finally supplemented? Hm, hm. Gut, Schrift war schon immer genau das: ein Supplement. Dennoch kann man mal überlegen, in wie fern das Supplement jetzt anders funktioniert. Bin unentschlossen.

4 Responses to “AI”


  1. 1 Metaphern folgen

    Der subtil konditionierende Zusammenhang von Informationsauswahl bzw. -angebot und dem Leseverhalten stellt sicherlich ein Problem dar. Doch wenigstens eins, dem jeder mittels Lebensführung die Stirn bieten kann, es ist ein Problem vor dem Bildschirm. Tatsächlich bedrohlich aber scheint doch eine hintergründige Veränderung, die auch den beschriebenen Zusammenhang sozusagen als vorgeschaltetes Phänomen fest bestimmt und unsere Reichweite zu überschreiten scheint: eine Informationsinflation. Die im Übrigen wesentlich folgenreicher als die allseits bemühte, damit verwandte Informationsflut sein kann. Dies im Hinterkopf, sollte die spekulative Diagnose vielleicht so lauten: unsere Konzentration nimmt nicht primär ab, weil Informationen zugriffsschnell, in größten Mengen und kurzen Texten verfügbar sind. Viel mehr tut sie dies, weil die gebotenen Informationen der Aufmerksamkeit und Konzentration nicht wert sind. Eben deshalb geht man in Bibliotheken. Nicht weil dort dieselben Informationen nur anders aufbereitet bereitstehen, oder gar wegen des Ortes an sich, nein, weil dieselben Informationen dort gar nicht zu finden sind. Bibliotheken haben eine stabile Informationswährung.

  2. 2 flo

    also, ich weiss nicht. poppt die diskussion nicht immer auf, wenn sich ein neues medium etabliert? egal jetzt, ob schrift/buchdruck oder kutsche/eisenbahn, die skeptiker argumentieren immer mit dem verdummungsmuster…

  3. 3 Andreas77

    Der AI-Beitrag soll wohl nicht nur das Supplement-Stichwort liefern, sondern auch als Entschuldigung dafür dienen, dass es sehr schwierig ist, den Supplement-Beitrag ohne Abschweifungen durchzulesen… (geschweige denn den verlinkten Artikel). Das Internet mit seinen Suchmöglichkeiten ist vielleicht schon ein Supplement des Gehirns im Sinn von Derrida (nicht dass ich den jetzt verstanden hätte), aber die Behauptungen von Brin/Page bzgl. künstlicher Intelligenz sind weit übertrieben. Kein google-Algorithmus kann meines Wissens wesentlich mehr als irgendeine vorgegebene Struktur in verschiedenartigsten riesigen Datenmengen finden (nicht dass das unwichtig wäre, im Gegenteil, die Datenschützer sollten auch mal aufwachen), was aber Intelligenz (auch) ausmacht, das Verstehen von (kontextabhängigen) Inhalten nämlich, davon sehe ich bei google wenig. Als erster Link auf die Eingabe “Ist google intelligent” kommt jedenfalls ein Beitrag aus einem Mac-Forum: “Das ist die Frage: Ist Google intelligent? Und wenn die Frage mit nein beantwortet wird, wie bringe ich Google dazu, intelligent zu werden? …”.

  1. 1 : Mercedes Bunz

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