In dem Maße wie die Schrift niemals ein einfaches ‘Supplement’ war, wird es erforderlich, eine neue Logik des ‘Supplements’ zu entwerfen.
Jacques Derrida, Grammatologie, 18
Das Supplement fügt sich hinzu, es ist ein Surplus; Fülle, die eine andere Fülle bereichert, die Überfülle der Präsenz. Es kumuliert und akkumuliert die Präsenz. Ebenso treten die Kunst, die techne, das Bild, die Repräsentation, die Konvention usw. als Supplement der Natur auf und werden durch jede dieser kumulierenden Funktionen bereichert. Diese Art der Supplementarität determiniert in bestimmter Weise alle begrifflichen Gegensätze, in die Rousseau den Begriff der Natur einschreibt, insofern dieser sich selbst genügen sollte.
Aber das Supplement supplementiert. Es gesellt sich nur bei, um zu ersetzen. Es kommt hinzu oder setzt sich unmerklich an-(die)-Stelle-von; wenn es ausfüllt, dann so, wie wenn man eine Leere füllt. Wenn es repräsentiert und Bild wird, dann wird es Bild durch das vorangegangene Fehlen einer Präsenz. Hinzufügend und stellvertretend ist das Supplement ein Adjunkt, eine untergeordnetel, stellvertretende Instanz.
Insofern es ein Substitut ist, fügt es sich nicht einer der Positivität einer Präsenz an, bildet kein Relief, denn sein Ort in der Struktur ist durch eine Leerstelle gekennzeichnet. Irgendwo kann etwas nicht von selbst voll werden, sondern kann sich nur vervollständigen, wenn es durch Zeichen und Vollmacht erfüllt wird. Das Zeichen ist immer das Supplement der Sache selbst.
Diese zweite Bedeutung des Supplements ist von der ersten nicht zu trennen.
Jacques Derrida, Grammatologie, 250

Liebe Mrs. Bunz,
ich glaube, ich habe mich in sie verliebt.