Monthly Archive for August, 2008

Draußen Sonne, drinnen Arbeit, stapelweise. Das Leben hat sich in ein Batch Processing verwandelt und ich mich in einen kleinen Computer, der Reih um seine Aufgaben erledigt, inklusive Sozialkontakte. Uh. Gut, ich funktioniere. Manchmal ist es ja auch schön, die Maschinen bis zum Anschlag hochzufahren. Aber langsam denke selbst ich mir: Nicht gut. Deshalb vorgenommen, am Wochenende wenigsten eine Stunde Sonnenstrahl abzubekommen. Task: Raus aus dem Haus, hin vors Cafe. Und dann? Entspannung? Niente. Unruhig die ganze Zeit überlegt, wie man der Bedienung helfen könnte, um den Laden effektiver zu organisieren. Am liebsten hingegangen und etwas gesagt. Gerade noch zurückgehalten. Hilflosig gefühlt, weil man nicht eingreifen kann, sondern warten muss. Warten! Den Kopf über mich geschüttelt. Beschlossen: Ich glaube, ich muss mal raus.

Was ist schlimmer: Banal oder berechenbar?

Haben Sie auf einem Rheinschiff eine Beschäftigung oder eine selbständige Erwerbstätigkeit ausgeführt?

Der entprivatisierte Intimbereich

Für einen Text über Youtube, Gegenöffentlichkeit und dem Schweizer Projekt Agent Provocateur ins Jahr 1962 zurückgekehrt und die Nase raus aus der Lingerie von Lana und Annabel rüber in Jürgen Habermas Buch über den “Strukturwandel der Öffentlichkeit” gesteckt. Zeitdokument mittlerweile, klar, aber so reichlich komplex, dass es angenehm die Gedanken triggert und einen dann ab und an in staunendes Lachen ausbrechen lässt. Feuchtgebiet-verdächtige Sätze wie dieser hier, die sind heute ja vollkommen ausgestorben.

Der entprivatisierte Intimbereich wird publizistisch ausgehöhlt, eine entliterarisierte Pseudoöffentlichkeit zur Vertrautheitszone einer Art Überfamilie zusammengezogen.

Na Hölle, denkt man sich da doch nur, ohoh. Gut, dass wir damals nicht gelebt haben. — Falls jemand übrigens noch zu obigem Thema mit Anmerkungen, Texten oder Hinweisen wedeln möchte, gerne. Hilfe kann man immer gebrauchen.

Doof

Nachmittags kommen die ersten SMS in die fränkische Kleinstadt, in der ich barfuss im Garten herumstehe. Das Umfeld macht sich Sorgen wegen des Spiegels. Macht das Internet doof?, fragt der nämlich jetzt. Soll ich lachen, diese Technikfurcht wieder mal unglaublich deutsch finden, die Verflachung der Nicholas Carr Debatte im Spiegel bedauern oder mir Sorgen machen, dass jemand dort schrecklich unglücklich ist?