Sunken Swimming Pool for Miles Davis

Am Abend nach der John Lautner Ausstellung die Füße auf weiße kalifornische Plastikstühle platziert und folgendes überlegt: Das Konzept “Zukunft”, das aus seinen Gebäuden so beeindruckend schön herauslugt, spielt heute keine Rolle mehr. Schade, aber ist so. Fortschritt kann man sich aufs T-Shirt drucken, das war es dann aber. Es träumt eben keiner mehr von einer neuen Gesellschaft, also einer, die auf einem neuen Typus “Mensch” basiert wie früher bei alternativen Midtown Schulkonzepten, dem Sozialismus oder der Gründung Israels.

Was nicht heißt, dass wir fest stecken. Die Dinge verändern sich immer noch, aber anders. Eher so: Wir haben jetzt Globalisierung und Veränderung passiert folglich nicht mehr zeitlich nach vorne in die Zukunft, sondern räumlich. Und zwar weil die zeitliche Entfernung des Raumes quasi verschwunden ist. Wir haben Hybrid statt Fortschritt. Wie das geht, ist mir allerdings noch nicht richtig klar. Vielleicht so: Das, was früher vorne war, folgt nicht mehr einer Richtung. Vorne ist heute, wenn das Hybrid eine bestimmte Dichte erreicht und damit eine bestimmte Klarheit oder Reinheit, im Grunde also Qualitäten entwickelt, die es eigentlich überhaupt nicht haben kann, so als Hybrid. Hm. Alles klar? Ich gehe wohl besser mal den Pool suchen, den es hier nicht hat.

10 Responses to “Sunken Swimming Pool for Miles Davis”


  1. 1 xenon

    Wie war das bei Baudrillard? Die Geschwindigkeit steigert sich bis zum Stillstand? Die Reinheit des Hybriden scheint mir jedenfalls seit geraumer Zeit ziemlich kleine Brötchen zu backen. Vielleicht haben wir auch alle Grundlagen ausprobiert und müssen jetzt solange mit den Einzelmischungen experimentieren, bis wieder was rauskommt was neu&chic aussieht….kind of….oder vllt. reichts aus als neu&chic verkauft zu werden…

  2. 2 fpk

    Beim zweiten Absatz hab ich zwar irgendwann den Faden verloren.
    Aber zum ersten:
    Nicht schade! Bitte nicht noch mal Träume vom neuen Typ Menschen.
    Nicht den Mensch verbiegen, damit er zur erstrebten Gesellschaft passt.
    Lasst den Menschen Mensch sein und baut die Gesellschft darum herum.

  3. 3 xenon

    “Lasst den Menschen Mensch sein und baut die Gesellschft darum herum”

    …das nennt sich Anarchie….führt leider auch zu nix

  4. 4 Bartleby

    I think… I would prefer not to.

    ;-)

  5. 5 fpk

    @Xenon

    Ne. Dat nennt sich Humanismus.

  6. 6 ben

    Vergleichsweise Entfremdungsgefühle präzisieren sukzessive Raumfolgen und konstruieren die Aspekte. In Rerefenz zum Vergleich sind die apparativen Expansionen jene Lektüren welche vage und akut aktive Reorientierungen affichieren. Die Inhalte sparen die Schauplätze in omnipotenten ProtagonistInnen aus. In der Globalisierung muss die Fortsetzung auf den zirkuläre Perspektivenwechsel der Menschen identifiziert werden. Schauplätze dominieren eben die Integration vor allem in den semipermeablen Positionen eines/einer Verantwortungsträgers/in.

    (Der Jarchow hat irgendwie recht…)

  7. 7 mh

    viele gedanken, abstrakte, konkrete. “wie hast du´s mit religion?”, fragt Grete.

  8. 8 Lara

    “Timeless time appears to be the result of the negation of time, past and future, in the networks of the space of flows.” (Castells, The rise of the network society, 1996, p.476)

    Zeit und Raum sind einfach da und doch unterliegen sie in ihrem Charakter dem staendigen Wandel.

    Raum:
    Raum veraendert sich natuerlich durch die Globalisierung. Die Melting Pots in den USA, KAN und AUS bieten gute Beispiele und ich denke auch, dass besonders meine Generation durch Auslandssemester, -prakika etc. eine Chance hat, von diesen Veraenderungen zu profitieren. Raum unterlag allerdings auch schon zu Kolonialzeiten dem Wandel und der war damals sogar staerker ausgepraegt als heute, weil er fundamentaleren Charakter hatte.

    Zeit:
    Wenn wir davon ausgehen, dass Veraenderung nicht mehr zeitlich passiert, erwarten wir das Ende der Geschichte. Zeit wird heute allerdings als weit wichtiger angesehen, als frueher. Unternehmen trimmen ihre Mitarbeiter auf Zeiteffizienz und fragen diese durch “Progress Reports” ab. In einer Gesellschaft, in der man alles machen und werden kann, in der man ueberall hinfliegen und in alle Richtungen kommunizieren kann, ist Zeit die wesentliche Grenze, die den ‘modernen Performer’ der Kommunikationsgesellschaft einschraenkt.

    Vielleicht definiert sich ein Teil meiner Generation durch raeumliche Veraenderung neu, aber die Moeglichkeiten der Zeit erlauben uns so zu handeln.

    “history is just beginning (…) after millennia of a prehistoric battle of Nature, first to survive, then to conquer it, our species has reached the level of knowledge and social organization that will allow us to live in a predominantly social world. It is the beginning of a new existence, and indeed the beginning of a new age, the information age” (Castells, The rise of the network society, 1996, p.477-478)

    Zeitliche Veraenderung ist im Wesentlichen ein Synonym fuer Entwicklung und diese wird raeumlich, technologisch und kulturell beeinflusst.

  9. 9 smash and grab

    der raum als konzept ist falsch – unelaboriert hingeworfen

    klar gehts weiter – siehe bauhaus etc. aber eben anders, es versucht scheinbar bloß keiner

    jedenfalls exakt dazu die abschlussarbeit geschrieben und vermiss natürlich übergreifendes, aufbruch und der ist heute nicht mehr ideologisch, die konzepte sind offen (der raum ist in jedem fall ein geschlossenes konzept)

    das hybride sowieso durch den verengenden bindestrich zu eng, also heideggers brücke, keiner merkts (doch byung chul han) … das rhizom bisserl besser (viele brücken???)

    also was andres vorgeschlagen ———- vorarbeit deleuze logik des sinns (mit 1,0)

    hyper statt hybrid, schon besser

    boltzmann sagte schon, die zeit folgt nicht einer linie in eine richtung (sondern in alle richtungen gleichzeitig), das mit raum ersetzen ist redundant, überflüssig

    anyway, schön wenn es was geben würde, das weiter will, vergleichbares

    es gibt sowieso nur gegenwart

    (zu meinem letzten eintrag hier vom märz: die sache mit dem verlag klärte sich, externe einmischung, the blame goes to there – )

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